27 March 2026, 02:12

Streit um Münchner Abschiebezentrum: Effizienz oder Menschenrechte?

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, zeigt.

Streit um Münchner Abschiebezentrum: Effizienz oder Menschenrechte?

Pläne für ein neues Abschiebezentrum in München haben unter Politikern und Hilfsorganisationen für Aufsehen gesorgt. Kritiker werfen der Einrichtung mangelnde Transparenz vor und befürchten, dass es zu ungerechtigten Abschiebungen kommen könnte. Befürworter verweisen hingegen auf die steigende Zahl vollstreckbarer Ausreisepflichten in ganz Deutschland.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Florian Herrmann von der CSU verwies auf Daten der Bundespolizei, wonach etwa 260.000 Menschen in Deutschland einen gültigen Abschiebebeschluss haben. Allein in Bayern beträgt die Zahl rund 33.000. Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden bundesweit 17.445 vollziehbare Fälle.

Johannes Becher, Grünen-Abgeordneter im bayerischen Landtag, kritisierte die Intransparenz des Projekts. Er warnte, dass gut integrierte Menschen mit Arbeitsplatz vor Straftätern abgeschoben würden. Becher betonte, Abschiebungen müssten das letzte Mittel bleiben und nur bei schweren Vergehen angewendet werden.

Benno Zierer, Abgeordnete der Freien Wähler, hinterfragte die erwartete Wirkung des Zentrums. Die prognostizierte Zunahme an Abschiebungen bezeichnete er als unrealistisch hoch. Stephan Griebel, Sprecher der Freiwilligen-Hilfenetzwerke in Freising, äußerte die Sorge, dass die Einrichtung zu einem inlandgelegenen Sekundärmigrationszentrum werden könnte. Dadurch, so seine Befürchtung, könnten Menschen vollständig vom Asylverfahren ausgeschlossen werden.

Griebel plädierte stattdessen für den Ausbau freiwilliger Rückkehrprogramme als humanere Alternative. Auch Becher warnte, München könne zum bundesweiten Abschiebe-Drehkreuz werden, sollte das Zentrum wie geplant umgesetzt werden.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob das Zentrum Abschiebungen effizienter gestalten oder zu größeren systemischen Problemen führen wird. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, Durchsetzung und Fairness in Einklang zu bringen – insbesondere bei bereits integrierten Personen. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, wie Bayern Abschiebungen in den kommenden Jahren handhaben wird.

Quelle