15 November 2025, 02:14

Streit um neue Fellhorn-Sesselbahn: Sicherheit gegen Umweltschutz im Oberallgäu

Ein Gebäude auf einem Berg umgeben von Bäumen mit Text in der rechten unteren Ecke.

Streit um neue Fellhorn-Sesselbahn: Sicherheit gegen Umweltschutz im Oberallgäu

Landrätin Indra Baier-Müller von den Freien Wählern im Oberallgäu hat für Aufsehen gesorgt. Sie verteidigt den geplanten Ersatz der veralteten Sesselbahn am Fellhorn in Oberstdorf durch eine neue Sechser-Sesselbahn und beruft sich dabei auf eine kürzliche Änderung der bayrischen Bauvorschriften, die das Projekt von einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ausnimmt.

Baier-Müller wirft Umweltverbänden vor, ihre Rolle im Genehmigungsverfahren zu missbrauchen. Sie argumentiert, die neue Bahn verbessere die Sicherheit und Barrierefreiheit, und die jüngsten Anpassungen der bayrischen Bauordnung ermöglichten den Bau ohne Umweltverträglichkeitsprüfung.

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN), der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) üben scharfe Kritik an den Plänen. Sie sehen das Vorhaben als Folge des Bayerischen Dritten Modernisierungsgesetzes, das die verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung abschafft. Die Verbände warnen vor erheblichen ökologischen Folgen und fordern eine gründliche Prüfung.

Der Streit um den Ersatz der Fellhorn-Sesselbahn dauert an. Während Baier-Müller auf die Sicherheitsverbesserungen und die geänderten Vorschriften pocht, bestehen die Umweltverbände auf eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung – mit Verweis auf die erheblichen ökologischen Auswirkungen des Projekts.