Streit um Rote Bete in Bio-Wurst: Gericht entscheidet über natürliche Färbung
Hannah BöhmRote Bete in Bio-Fleisch? - Verhandlung am Verwaltungsgericht - Streit um Rote Bete in Bio-Wurst: Gericht entscheidet über natürliche Färbung
Vor dem Verwaltungsgericht München wird derzeit ein Rechtsstreit über die Verwendung von Rote Bete in Bio-Würsten verhandelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein fleischverarbeitender Betrieb gegen Vorschriften verstoßen hat, indem er Rote-Bete-Saft oder -pulver seinen Produkten hinzufügte. Branchenverbände wie die Bayerische Metzger-Innung verfolgen das Verfahren mit großer Aufmerksamkeit.
Das Gericht muss klären, ob das Unternehmen Rote Bete unzulässig in das Brät gemischt hat. In der Bio-Produktion wird Rote Bete häufig als natürliches Färbemittel eingesetzt, um Würsten eine "Pökelrot"-Farbe zu verleihen. Zudem dient sie als Nitratersatz und hilft Herstellern, die strengeren EU-Grenzwerte einzuhalten.
Im vergangenen Jahr hatte die EU die zulässigen Höchstmengen für Nitrite und Nitrate in verarbeitetem Fleisch gesenkt. Konventionelle Produkte dürfen nun bis zu 150 Milligramm pro Kilogramm enthalten, während Bio-Waren auf 100 mg/kg begrenzt sind – wobei Nitrate ausschließlich aus pflanzlichen Quellen stammen dürfen. In diesem Zusammenhang war auch die Debatte über ein vollständiges Nitrit-Verbot in Würsten wieder aufgeflammt.
Entscheidend für den aktuellen Fall ist, ob Rote Bete rechtmäßig zur optischen Aufwertung von Bio-Fleisch eingesetzt werden darf. Sollte das Gericht gegen das Unternehmen entscheiden, könnte dies langfristig beeinflussen, wie Bio-Hersteller ihre Produkte färben dürfen.
Das Urteil wird klären, in welchem Rahmen Rote Bete in der Bio-Wurstproduktion verwendet werden darf. Zudem könnte es Präzedenzwirkung für andere Fleischverarbeiter haben, die auf natürliche Zusatzstoffe setzen. Die Bayerische Metzger-Innung und ähnliche Verbände erwarten die Entscheidung mit Spannung.






