Streit um Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 spaltet CDU/CSU und Öffentlichkeit
Johanna MüllerStreit um Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 spaltet CDU/CSU und Öffentlichkeit
Ein Vorschlag, Kindern unter 14 Jahren den Zugang zu sozialen Medien zu verbieten, hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Die von CDU und SPD unterstützte Idee stößt innerhalb der CSU sowie in der Öffentlichkeit auf geteilte Reaktionen. Zwar befürworten viele Altersbeschränkungen, doch die politischen Führungskräfte sind uneins über den besten Weg.
CDU und SPD haben einen Plan vorgelegt, der sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren sperren soll. Ihr Hauptargument ist der Schutz junger Nutzer vor möglichen Gefahren. Die Unterstützung der SPD verleiht dem Vorhaben zusätzliches Gewicht, doch aus Teilen der CSU kommt Widerstand.
CSU-Chef Markus Söder lehnte die Idee als "völliger Unsinn" ab und signalisierte damit deutliche Ablehnung. Unterdessen brach der CSU-Abgeordnete Konrad Körner mit der Parteilinie und sprach sich offen für das Verbot aus, um Kinder zu schützen. Generalsekretär Martin Huber nahm eine zurückhaltendere Position ein und kündigte eine gründliche Prüfung aller Vorschläge an.
Auch in der CSU-nahen Jugendorganisation Junge Union gehen die Meinungen auseinander. Der neue Landesvorsitzende Manuel Knoll unterstützt eine Altersgrenze – wenn auch unter Vorbehalt –, während die genauen Modalitäten noch unklar sind. Die öffentliche Meinung tendiert deutlich zu strengeren Regeln: 85 Prozent der Erwachsenen und fast die Hälfte der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren befürworten ein Mindestalter von 16 Jahren für persönliche Accounts.
Die Diskussion dauert bereits seit mindestens 2021 an, wobei sich in Wirtschaftsnachrichten erste Hinweise darauf fanden. Bisher gibt es jedoch kaum konkrete Aussagen dazu, wie Eltern, Jugendverbände oder Tech-Unternehmen die Pläne bewerten.
Der Vorschlag steht nun vor einer weiteren Prüfung durch Politiker und die Öffentlichkeit. Sollte er umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Schritt für die Regulierung sozialer Medien unter Minderjährigen in Deutschland. Vorerst bleibt die Debatte jedoch offen – eine klare Lösung ist nicht in Sicht.






