25 January 2026, 14:20

Streit um Verbrenner-Aus und Arbeitsplätze spaltet Automobilbranche vor der IAA 2025

Eine Balkendiagramm auf einem weißen Hintergrund, das die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten zeigt, mit Text, der eine Zunahme der Gesamtinstallationskapazität von BMW angibt.

Streit um Verbrenner-Aus und Arbeitsplätze spaltet Automobilbranche vor der IAA 2025

Ein neues Positionspapier zur Zukunft der deutschen Automobilindustrie hat eine Debatte zwischen Politikern und Branchenvertretern ausgelöst. Die Unionsfraktion der CDU erarbeitete das Dokument gemeinsam mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) im Vorfeld der IAA 2025. Zentrale Streitpunkte sind die Elektroauto-Politik, die Arbeitsplatzsicherheit und die Forderungen nach einer besseren Infrastruktur.

Das Papier, das um den 3. Oktober 2025 in Berlin veröffentlicht wurde, enthält Beiträge sowohl der CDU als auch des VDA. Der Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban unterstützte zwar viele Punkte des VDA, fügte jedoch eigene Anmerkungen in Rot hinzu. Einer der Hauptkritikpunkte der Unionsfraktion richtete sich gegen das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren, das als überzogen bezeichnet wurde. Der VDA schloss sich dieser Haltung an und plädierte für einen schrittweisen Übergang.

Der VDA äußerte zudem Bedenken hinsichtlich des Arbeitsplatzabbaus im Zuge der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Er forderte die Politik auf, neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, und schlug ein Qualifizierungsprogramm für die Belegschaft vor. Kuban lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und verwies auf die laufenden Entlassungen als Hindernis für die Umsetzung.

Ein weiterer zentraler Diskussionspunkt waren die Infrastruktur-Anforderungen. Der VDA setzte sich für den Ausbau der Strom- und Wasserstoffnetze ein, um die Mobilität der Zukunft zu sichern. Zudem forderte er eine bessere Mobilfunkabdeckung auf Autobahnen und Bundesstraßen. Kuban schlug vor, den Netzausbau im Dokument weiter nach vorne zu rücken, um ihm mehr Gewicht zu verleihen. Gleichzeitig regten Mitarbeiter aus Kubans Büro an, Bußgelder im Zusammenhang mit der "Grenzwerte-Regelung" auszusetzen oder abzuschaffen. Der VDA verteidigte seine Rolle bei der Erstellung des Papiers und bezeichnete die Zusammenarbeit als einen "normalen demokratischen Prozess".

Das Papier zeigt tiefe Gräben auf, wie der Wandel der deutschen Automobilindustrie gestaltet werden soll. Zwar sind sich VDA und Unionsfraktion einig, das Verbrenner-Aus zu entschärfen, doch bestehen weiterhin Differenzen bei der Berufsausbildung und den Infrastruktur-Prioritäten. Das fertige Dokument wird nun als Grundlage für die Diskussionen auf der IAA 2025 dienen, während Politiker und Branchenvertreter die Verhandlungen fortsetzen.