04 March 2026, 01:04

Strengere Mietpreisbremse könnte Deutschlands Wohnungsnot verschärfen – warnt ifo-Chef

Ein detaillierter alter Stadtplan von Weimar, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Sehenswürdigkeiten und Straßen der Stadt bereitstellt.

Ifo: Schärfere Mietbremse verschärft Wohnungsmangel - Strengere Mietpreisbremse könnte Deutschlands Wohnungsnot verschärfen – warnt ifo-Chef

Deutschlands Wohnungsnot könnte sich durch strengere Mietpreisbremse verschärfen

Nach Einschätzung eines führenden Ökonomen droht sich die Wohnungsnot in Deutschland zu verschlimmern, falls die Mietpreiskontrollen weiter verschärft werden. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts in München, warnt, dass zusätzliche Deckelungen bei den Mieten den Neubau hemmen und Mieter in ungeeigneten Wohnungen festhalten würden. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Mieten für Neubauten im Schnitt bereits 30 Prozent über denen für ältere Wohnungen liegen – in besonders begehrten Städten steigen die Aufschläge sogar auf fast 50 Prozent.

Fuest argumentiert, dass strengere Mietobergrenzen kontraproduktiv wären, da sie das Wohnungsangebot weiter verknappen würden. Viele Mieter blieben aus Angst vor drastischen Mieterhöhungen selbst in zu großen Wohnungen sitzen, was die Fluktuation auf dem Wohnungsmarkt einschränkt. Diese Bewegungsunwilligkeit führe zu Ineffizienzen, da weniger Leerstand Anreize für Neubauten mindere.

Die Kluft zwischen den Mieten für Neu- und Altbauten hat sich deutlich vergrößert. In Städten wie München, Berlin und Frankfurt verlangen Neubauten fast 50 Prozent höhere Mieten als bestehende Wohnungen. Die hohen Kosten halten Mieter davon ab, in kleinere, besser passende Wohnungen umzuziehen – selbst wenn ihr aktueller Wohnraum nicht mehr zu ihren Bedürfnissen passt.

Die Bautätigkeit in den teuersten Städten bleibt unklar. In den vergangenen fünf Jahren folgten die Baugenehmigungen hier keinem einheitlichen Muster, was auch auf lückenhafte Datenerfassung zurückzuführen ist. Bundeseit stieg die Zahl der Genehmigungen jedoch seit Ende 2025 kontinuierlich an, was auf eine mögliche Entspannung beim Wohnungsangebot hindeutet.

Fuest betont, dass Mietpreisbremse allein die Krise nicht lösen werde. Stattdessen fordert er politische Maßnahmen, die den Wohnungsbau beschleunigen und die bestehende Wohnraumkapazität besser nutzen. Ohne solche Schritte prognostiziert er eine Verschärfung der Wohnungsnot und eine sinkende Arbeitsmobilität, da Beschäftigte zunehmend Schwierigkeiten hätten, für neue Jobs umzuziehen.

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Die Debatte um Mietpreiskontrollen zeigt das Spannungsfeld zwischen Bezahlbarkeit und Wohnraumversorgung. Fuests Warnungen deuten darauf hin, dass strengere Regelungen den Wohnungsmarkt weiter schrumpfen lassen könnten – mit der Folge, dass Mieter noch weniger Auswahl hätten. Derzeit bleibt die zentrale Frage, ob der Neubau mit der Nachfrage in Deutschlands angespanntesten Städten Schritt halten kann.