07 January 2026, 22:41

Stromausfall in Berlin: Bürgermeister Wegner spielt Tennis – und löst Debatte aus

Menschen beim Rugby-Spiel auf einer grünen Wiese mit Gebäuden, Polen, Fahrzeugen und einem Hydranten im Hintergrund.

GdP verteidigt Wegner nach Kritik am Tennisspiel - Stromausfall in Berlin: Bürgermeister Wegner spielt Tennis – und löst Debatte aus

Der Vorsitzende der Berliner Polizeigewerkschaft hat den regierenden Bürgermeister der Stadt, Kai Wegner, nach Kritik an einem Tennis-Match während eines großflächigen Stromausfalls in Teilen Berlins in Schutz genommen. Stephan Weh wies Vorwürfe zurück, Wegner hätte während der Blackouts in Teilen Berlins präsenter sein müssen. Die Debatte wirft Fragen zur politischen Verantwortung in Krisensituationen auf.

Auslöser der Kontroverse war, dass Wegner, Berlins regierender Bürgermeister, Tennis spielte, während Tausende Haushalte ohne Strom auskommen mussten. Kritiker monierten, er hätte sich stattdessen um die Bewältigung der Krise kümmern sollen. Wegner rechtfertigte sich später damit, das Match habe ihm geholfen, den Kopf freizubekommen, bevor er sich wieder der Arbeit widmete.

Weh unterstützte das Vorgehen des Bürgermeisters und betonte, dass die physische Anwesenheit von Politikern in Notlagen die Einsatzmaßnahmen nicht verbessere. Gleichzeitig warnte er davor, dass solche Diskussionen von den eigentlichen Problemen ablenkten – etwa dem Schutz kritischer Infrastruktur. Zugleich räumte er ein, dass die öffentliche Wahrnehmung eine Rolle spiele, da solche Handlungen die Glaubwürdigkeit eines Politikers untergraben könnten. Wegner, langjähriges CDU-Mitglied, saß von 2005 bis 2021 im Bundestag. Bevor er Bürgermeister wurde, führte er die Berliner CDU-Fraktion und steht seit 2019 dem Landesverband der Partei vor. Weh zeigte sich überzeugt, dass Wegner seine Aufgaben während des Stromausfalls dennoch effektiv erfüllt habe.

Die Diskussion zeigt die Spannung zwischen symbolischer Präsenz und praktischem Krisenmanagement. Zwar relativierte Weh die Bedeutung repräsentativer Führung, erkannte aber an, dass solche Vorfälle reputative Risiken bergen. Der Zwischenfall lenkt die Aufmerksamkeit erneut darauf, wie Führungskräfte öffentliche Erwartungen mit operativen Anforderungen in Einklang bringen.