02 April 2026, 14:13

Thüringen startet bundesweit erstes Projekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass Jugendliche unter 18 Jahren wegen einvernehmlichen Sex auf die Sexualstraftäterliste gesetzt werden können.

Thüringen startet bundesweit erstes Projekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen bringt Prävention digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat die Aufklärung über digitale sexualisierte Gewalt an Schulen etabliert. Die Expertin Yasmina Ramdani leitete Workshops für rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Die vom Landesjugendamt geförderte Initiative war die erste ihrer Art in Deutschland.

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Ziel des Projekts war es, ein weitverbreitetes Problem anzugehen: Fast jede zweite junge Person ist laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf Cybergrooming – also wenn Täter Kinder über Chats ansprechen, um sie später zu missbrauchen. Viele Übergriffe geschehen aber auch innerhalb von Freundes- oder Klassengruppen-Chats, oft aus Naivität oder Gruppendruck.

Lehrkräfte erkennen zwar die Dringlichkeit des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert. Ramdani betonte, dass die Sicherheit von Kindern im Netz von der Begleitung durch Erwachsene und einem unterstützenden Umfeld abhängt. Sie rief Eltern dazu auf, das eigene Verhalten zu reflektieren und offen mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen.

Das Pilotprojekt zeigte, wie dringend flächendeckende Maßnahmen nötig sind. Als essenziell wurde eine gesamtgesellschaftliche Strategie identifiziert – inklusive einer kritischen Prüfung der Rolle von Tech-Konzernen. Allerdings gibt es keine öffentlichen Daten darüber, wie viele Schulen in Deutschland seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Das Thüringer Projekt erreichte Tausende Schülerinnen und Schüler und setzte bundesweit ein Zeichen. Doch obwohl die Ergebnisse wegweisend sind, verdeutlichen sie auch die Lücken in der Unterstützung für Lehrkräfte und Familien. Ohne eine breitere Umsetzung könnten viele junge Menschen weiterhin ungeschützt digitaler sexualisierter Gewalt ausgesetzt sein.

Quelle