10 January 2026, 06:23

Tierschutz-Skandal stoppt Wiedereröffnung des größten Legehennen-Schlachtbetriebs in Bayern

Drei Hühner auf dem Boden vor einem Zaun und einem grauen Wasserkanister, mit einer grünen Hütte und Bäumen im Hintergrund.

Tierschutz-Skandal stoppt Wiedereröffnung des größten Legehennen-Schlachtbetriebs in Bayern

Pläne zur Wiedereröffnung des größten Legehennen-Schlachtbetriebs in Bayern gescheitert

Nach monatelangen Verhandlungen sind die Bemühungen zur Wiederinbetriebnahme des größten Schlachtbetriebs für Legehennen in Bayern gescheitert. Die Anlage war im April geschlossen worden, nachdem auf dem Geflügelhof Buckl Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt worden waren. Nun stehen regionale Produzenten vor großen Herausforderungen, da ihnen eine nahegelegene Verarbeitungsstätte fehlt.

Der Bayerische Geflügelverband (LVBG) hatte fünf Monate lang mit Erzeugern, Händlern und Behörden verhandelt, um den Schlachtbetrieb wiederzubeleben. Doch strenge EU-Tierschutzvorschriften, bundesweite Umweltauflagen und hohe Kapitalanforderungen der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (LfA) vereitelten das Vorhaben. Die Bank bestand auf einer höheren Eigenkapitalbeteiligung und verweigerte die notwendigen Kreditbürgschaften.

Frühere Versuche landwirtschaftlicher Betriebe, den Standort in Eigenregie zu führen, waren bereits an den hohen Kosten gescheitert. Selbst mit rund 150 Unternehmen, die insgesamt zwei Millionen Euro an Kapital zugesagt hatten, wäre der Betrieb frühestens 2028 oder 2029 in die Gewinnzone gekommen. Zusätzliche Hürden durch Vorschriften der Europäischen Union, des deutschen Umweltbundesamts und der bayerischen Umweltbehörden erschwerten die Lage weiter. Die Schließung lässt vor allem kleinere Legehennenhalter ohne Ausweichmöglichkeiten für ihre älteren Tiere zurück. Ohne einen regionalen Schlachtbetrieb steigen die Transportkosten und logistischen Probleme – eine zusätzliche Belastung für die Höfe in der gesamten Region.

Das Scheitern der Wiedereröffnung zwingt bayerische Legehennenhalter nun, nach Alternativen zu suchen. Viele werden mit höheren Kosten und weniger Verarbeitungsmöglichkeiten in der Nähe kämpfen. Der Verlust des Standorts wirft zudem Fragen zur künftigen Einhaltung von Tierschutz- und Umweltstandards auf.