14 December 2025, 16:37

Tobias Kratzer startet in Hamburg mit einer Opern-Revolution auf der Bühne

Ein Mann in schwarzem Hemd und Hose spielt Gitarre auf der Bühne, begleitet von einer Frau in einem blauen Kleid, die Geige spielt, mit verschiedenen Musikinstrumenten und Lautsprechern im Hintergrund.

Tobias Kratzer startet in Hamburg mit einer Opern-Revolution auf der Bühne

Das entscheidende Geschenk

Tobias Kratzer ist neuer Intendant der Staatsoper Hamburg – und beginnt mit einer kühnen Inszenierung von Robert Schumanns *„Das Paradies und die Peri“.**

Tobias Kratzer hat seine Amtszeit als Intendant der Staatsoper Hamburg mit einer gewagten Neuinterpretation von Das Paradies und die Peri eingeläutet. Die Premiere von Robert Schumanns Werk in der Hamburger Staatsoper löste heftige Reaktionen aus – von Buhrufen bis zu begeistertem Applaus. Dieser mutige Auftakt in der Stadt deutet auf eine künstlerische Neuausrichtung des Opernhauses hin.

Kratzers Inszenierung bricht bewusst mit der Tradition, indem sie das Publikum direkt einbezieht. So klettert die Sängerin Vera-Lotte Boecker in der Rolle der Peri etwa über die Zuschauerreihen und setzt sich neben einen weinenden Mann. In einer anderen Szene ruft eine Frau „Buh!“, bevor sie den Hamburger Opernsaal verlässt. Zudem werden Live-Kameraaufnahmen der Zuschauerreaktionen eingespielt und projiziert, wodurch die Grenze zwischen Darstellern und Publikum verschwimmt.

Die Premiere endete in einer Mischung aus Protest und Jubel, doch letztlich erhielt Kratzers visionärer Ansatz begeisterte Zustimmung. Seine Herangehensweise – eine Kombination aus politischer Kommentierung, Publikumseinbindung und mutiger Bühnenregie – setzt einen klaren Akzent für seine Amtszeit. Die Staatsoper Hamburg blickt nun auf eine Spielzeit, die von Innovation und dem Dialog mit der Stadt geprägt sein wird.