TSV 1860 Münchens Anti-Rassismus-Shirt löst Welle der Kritik aus
Johanna MüllerTSV 1860 Münchens Anti-Rassismus-Shirt löst Welle der Kritik aus
TSV 1860 München bringt Anti-Rassismus-T-Shirt 'Blau gegen Rassismus' heraus – doch die Kritik bleibt nicht aus
Als Reaktion auf einen aktuellen Rassismus-Skandal hat der TSV 1860 München ein Anti-Rassismus-T-Shirt mit dem Namen 'Blau gegen Rassismus' auf den Markt gebracht. Der Vorfall, bei dem es während eines Drittligaspiels zu Affengeräuschen und Hitlergrüßen gekommen war, hatte den Verein zum Handeln veranlasst. Doch die Kampagne stößt bereits bei Fans und sogar im eigenen Klubmagazin auf Kritik.
Das T-Shirt wurde nach dem Spiel gegen Energie Cottbus vorgestellt, das von rassistischen Vorfällen überschattet worden war. Beobachter und Anhänger hatten eine deutliche Stellungnahme erwartet – doch der Ansatz des Vereins löste stattdessen schnell Gegenwind aus.
Das Design orientiert sich stark an der 'Rot gegen Rassismus'-Kampagne des FC Bayern, was dem Verein Vorwürfe des Abkupferns einbrachte. Das eigene Klubmagazin bezeichnete den Schritt gar als 'Woke-Washing' und unterstellte, es gehe eher um Imagepflege als um ehrliches Engagement.
Auf den Werbefotos posierte ein schwarzes Model – was manche als reine Show ohne Tiefgang wahrnahmen. Auch der Preis von 39,90 Euro sorgte für Stirnrunen: Ein ähnliches T-Shirt des FC Bayern hatte vor einigen Jahren nur 15 Euro gekostet. Fans fragten sich, ob die hohen Kosten gerechtfertigt seien.
Die Fangruppe 'Löwenfans gegen Rechts' kritisierte zudem, dass Anti-Rassismus-Kampagnen nicht von Betroffenen selbst, sondern von Verbündeten getragen werden sollten. Der Verein reagierte später mit der Zusage, alle Einnahmen aus dem Verkauf an Anti-Rassismus-Initiativen zu spenden – doch die Skepsis bleibt.
Das 'Blau gegen Rassismus'-T-Shirt soll ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen, doch die Resonanz fällt gemischt aus. Nun steht der TSV 1860 unter Druck, zu beweisen, dass es sich nicht bloß um eine Marketingaktion handelt. Die gesamten Erlöse fließen zwar in den Kampf gegen Rassismus – doch Kritiker fordern nach wie vor tiefgreifendere Veränderungen.