UN-Waffenkontrolle scheitert am Widerstand der USA und der NRA
Die Vereinten Nationen bemühen sich seit langem, die globale Waffenpolitik mitzugestalten – und geraten dabei immer wieder in Konflikt mit US-amerikanischen Waffenrechtsbefürwortern. Ein zentrales Vorhaben war das 2001 verabschiedete Aktionsprogramm (PoA), das den illegalen Handel mit leichten Schusswaffen eindämmen sollte, jedoch auf starken Widerstand amerikanischer Gruppen stieß. Die National Rifle Association (NRA) gehört zu den lautstärksten Kritikern und argumentiert, solche Maßnahmen bedrohten den legalen Waffenbesitz.
Die Debatte verschärfte sich, als die UN ihre Abrüstungsbemühungen ausweitete – etwa in den Bereichen nukleare Bewaffnung, autonome Waffensysteme und Cybersicherheit. Die wechselnden US-Regierungen vertraten dabei gegensätzliche Positionen zu internationalen Waffenkontrollabkommen, sodass die Frage bis heute ungelöst bleibt.
2001 führte die UN das Aktionsprogramm gegen den illegalen Handel mit kleinen und leichten Waffen (PoA) ein. Kritiker wie die NRA warnten, die vage formulierten Bestimmungen könnten die legale Herstellung, den Verkauf und Besitz von Schusswaffen in den USA einschränken. John Bolton, damals hoher Beamter im US-Außenministerium, lehnte das Abkommen ab und sicherte so die Nichtbeteiligung der USA.
Die NRA, Mitbegründerin des Weltforums für Schießsportaktivitäten (WFSA), lehnt internationale Waffenkontrollmaßnahmen konsequent ab. Tom Mason, leitender Vertreter der NRA-ILA (Institute for Legislative Action), argumentierte, das PoA richte sich gegen gesetzestreue Waffenbesitzer statt gegen Kriminelle. Die Organisation beobachtet weltweit politische Vorhaben, die mögliche Auswirkungen auf den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung – das Recht auf Waffenbesitz – haben könnten.
2013 unterzeichnete die Regierung unter Präsident Obama den internationalen Waffenhandelsvertrag (ATT) und signalisierte damit Unterstützung für strengere globale Waffenregulierungen. Der Senat ratifizierte den Vertrag jedoch nie. Sechs Jahre später zog Präsident Donald Trump während der Jahresversammlung der NRA 2019 in Indianapolis die US-Unterstützung für den ATT offiziell zurück.
Die Abrüstungsbemühungen der UN entwickeln sich weiter: Eine zehntägige Konferenz im Juni 2021 behandelte Themen wie nukleare Abrüstung, Rüstungskontrolle für neue Technologien und Transparenzmaßnahmen unter Mitgliedstaaten. Trotz Widerstand bleibt die UN entschlossen, nationale Waffenpolitiken mitzugestalten – auch die der USA.
Der Vorstoß der UN für eine globale Waffenregulierung stößt immer wieder auf Widerstand seitens US-amerikanischer Politiker und Waffenrechtsverbände. Während die Obama-Regierung den Waffenhandelsvertrag zeitweise unterstützte, kehrte die Trump-Administration diese Position um. Die NRA und ihre Verbündeten bekämpfen weiterhin internationale Abkommen, die sie als Bedrohung für die innerstaatliche Waffenfreiheit wahrnehmen. Die Diskussion, wie globale Sicherheit und individuelle Rechte in Einklang zu bringen sind, bleibt ungelöst.