USA setzen auf fossile Energie – Europa bleibt bei erneuerbaren Klimazielen
Ben SchmidtUSA setzen auf fossile Energie – Europa bleibt bei erneuerbaren Klimazielen
Die USA haben in den letzten zwei Jahrzehnten wiederholt ihre Haltung zu globalen Klimaabkommen geändert. Unter Präsident George W. Bush weigerte sich das Land 2001, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren. Später, während der ersten Amtszeit von Donald Trump, stiegen die USA aus dem Pariser Abkommen aus und kehrten damit frühere Zusagen zur Reduzierung der Emissionen um.
Nun gehen Trumps jüngste Vorschläge noch einen Schritt weiter: Selbst das UN-Rahmenübereinkommen zum Klimawandel von 1992 soll abgeschafft werden. Diese Schritte stehen in krassem Gegensatz zu Europas stetigen Fortschritten in der Klimapolitik, wo erneuerbare Energien und der Emissionshandel weiterhin zentral für die langfristige Planung sind.
Seit 2020 verfolgt die Trump-Regierung eine klare Energieagenda: fossile Brennstoffe statt erneuerbare Energien. Die USA traten 2021 offiziell aus dem Pariser Abkommen aus und machten damit Bidens früheren Wiedereintritt rückgängig. Durch Präsidialverfügungen wurden Subventionen für Wind- und Solarenergie gekürzt, während Öl- und Gasexporte gefördert wurden. Diese Politik löste globale Investitionen in fossile Brennstoffe von über 200 Milliarden US-Dollar aus, darunter Abkommen wie die US-indische LNG-Partnerschaft sowie engere Bindungen an Saudi-Arabien und Brasilien im Rahmen von OPEC+.
Unterdessen hält die EU an ihrem Fokus auf Emissionshandel, Effizienz und erneuerbare Energien fest. Doch jüngste Pläne, zusätzliche kostenlose CO₂-Zertifikate zu verteilen, könnten das System schwächen. Unternehmen, die sich bereits an strengere Regeln angepasst haben, sehen sich nun mit Unsicherheit konfrontiert. Dennoch setzen sich erneuerbare Energien weiterhin durch, da sie in vielen Regionen die günstigere Option sind und fossile Brennstoffe sowie Atomkraft allein durch ihre Kosteneffizienz übertreffen.
In den USA treiben Bundesstaaten und Städte ihre eigenen Klimapolitiken voran – unabhängig von den Rückschritten auf Bundesebene. Erneuerbare Energien reduzieren nicht nur Emissionen, sondern verbessern auch die Energiesicherheit und bringen wirtschaftliche Vorteile mit sich. Ihre sinkenden Kosten machen sie in zahlreichen Fällen zur preiswertesten Wahl für neue Kraftwerksprojekte.
Europas Klimafortschritte der letzten 20 Jahre stehen im scharfen Kontrast zur US-Politik. Während die amerikanische Klimapolitik je nach Regierung zwischen Rückzug und Engagement schwankt, hat die EU den Emissionshandel schrittweise ausgebaut, den Umweltschutz vorangetrieben und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt. Die Herausforderung für den Block besteht nun darin, kurzfristige Anpassungen zu vermeiden, die langfristige Klimaziele untergraben könnten.
Der Rückzug der USA aus zentralen Klimaabkommen und die Förderung fossiler Brennstoffe haben globale Energieinvestitionen neu geformt. Europa hingegen setzt weiterhin auf Emissionshandel, erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen. Da erneuerbare Energien in vielen Regionen zur kostengünstigsten Option geworden sind, lassen sich ihre wirtschaftlichen und energietechnischen Vorteile kaum noch ignorieren.
Es ist wahrscheinlich, dass Bundesstaaten und Städte in den USA ihre eigenen Klimastrategien weiterverfolgen werden – selbst wenn sich die Prioritäten der Bundesregierung ändern. Die Aufgabe der EU bleibt klar: das Emissionshandelssystem aufrechterhalten, eine Aufweichung der Regeln verhindern und den Schwung in Richtung Klimaneutralität beibehalten.






