V2G-Technologie soll bis 2029 marktreif werden – diese Schritte sind geplant
Hannah BöhmV2G-Technologie soll bis 2029 marktreif werden – diese Schritte sind geplant
Eine neue Studie des Forschungsinstituts für Energiewirtschaft (FfE) in München skizziert zentrale Schritte, um die Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) bis 2029 marktfähig zu machen. Der Bericht benennt zwar finanzielle und regulatorische Hürden, schlägt aber auch praktische Lösungsansätze vor. Eine der schnellsten Maßnahmen könnte bereits 2026 in Kraft treten – in Form von Steuererleichterungen für V2G-Nutzer.
Laut Studie bleibt die Wirtschaftlichkeit von V2G unter den aktuellen Rahmenbedingungen unsicher. Doch eine geplante Steuerbefreiung für Strom, der für das bidirektionale Laden genutzt wird, könnte bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 eingeführt werden. Dies würde die Kosten für Teilnehmer senken und die Verbreitung der Technologie fördern.
BMW und Eon bereiten bereits ein V2G-Pilotprojekt für Kunden des neuen elektrischen BMW iX3 vor. Ab 2026 könnten Besitzer bis zu 720 Euro jährlich verdienen, indem sie dem Stromnetz Zugang zur Fahrzeugbatterie gewähren. Das Vorhaben soll die reale Nachfrage und die technische Machbarkeit testen.
Der Bericht fordert zudem groß angelegte Versuche mit netzdienlichen Services. Empfohlen wird, dass die Bundesregierung die Kosten für marktbasierten Redispatch übernimmt, um eine faire Vergütung der V2G-Teilnehmer zu gewährleisten. Die Standardisierung technischer Anschlussregeln für bidirektionales Laden – insbesondere bei AC-Wandladestationen – würde die Einführung zusätzlich vereinfachen.
Die Regulierungsbehörden werden aufgefordert, zu prüfen, wie Arbeitspreise die Erträge aus V2G beeinflussen. Die Bundesnetzagentur könnte gezwungen sein, die Preismodelle anzupassen, um die Technologie attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig könnten der Ausbau intelligenter Zähler und flexible Netznutzungsverträge die Integration beschleunigen.
Der Fahrplan setzt klare Ziele für 2029, wobei Steuererleichterungen und Pilotprojekte bereits früher anlaufen sollen. Werden diese Maßnahmen umgesetzt, könnten sie die Kosten für Nutzer senken und den Netzanschluss vereinfachen. Die nächsten Schritte hängen nun von politischen Weichenstellungen und der Zusammenarbeit der Industrie ab, um die Empfehlungen in die Praxis umzusetzen.






