Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Johanna MüllerWarendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz Bürgerprotesten
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die aktuellen Namen von drei örtlichen Straßen beizubehalten. Dies erfolgt entgegen einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das eine Umbenennung vorgeschlagen hatte. Trotz des Antrags stimmte der Rat dafür, Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße unverändert zu lassen.
Die Entscheidung stieß auf geteilte Reaktionen: Einige Anwohner und Aktivisten zeigten sich enttäuscht über das Ergebnis.
Die Debatte war entfacht worden, als das Bürgergremium eine Umbenennung der Straßen aufgrund historischer Belastungen der Namensgeber vorschlug. Die regierende Mehrheit aus Christlich Demokratischer Union (CDU) und Freien Wählergemeinschaft (FWG) argumentierte jedoch, eine Änderung würde die Stadt unnötig finanziell belasten. Allein der Austausch der Straßenschilder hätte 5.700 Euro gekostet.
Während der Beratungen wurden Kompromissvorschläge eingebracht, darunter die Ergänzung der Schilder um ein Zitat des Warendorfer Autors Paul Schallück. Diese Ideen wurden letztlich abgelehnt. Ratsmitglied André Wenning (FWG) erklärte, dass bei der endgültigen Entscheidung die Meinung der Anwohner der betroffenen Straßen stärker gewichtet wurde.
Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, kritisierte das Ergebnis als vertane Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte. Unterdessen bleibt eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel weiterhin unverändert im Warendorfer Rathaus ausgestellt.
Mit dem Beschluss des Rates bleiben die drei Straßennamen vorerst bestehen. Weitere Änderungen an Schildern oder Gedenktafeln sind derzeit nicht geplant. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren vor allem finanzielle Erwägungen und die Präferenzen der Anwohner.






