Wegner und Baerbock in der Kritik: Tennis statt Krisenmanagement beim Blackout

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Eine Konferenzszene mit Sitzenden, die einer Bühne zugewandt sind, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und -eigentümern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

CDU-Kreisvorsitzender: "Wegner war einen Schritt weiter entfernt" - Wegner und Baerbock in der Kritik: Tennis statt Krisenmanagement beim Blackout

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät wegen seiner Reaktion auf einen großflächigen Stromausfall in Norddeutschland zunehmend in die Kritik. Während Teile der Region ohne Strom kämpften, gab Wegner zu, während der Krise Tennis gespielt zu haben. Seither mehren sich die Rufe nach seinem Rücktritt – Gegner werfen ihm vor, in einer entscheidenden Phase falsche Prioritäten gesetzt zu haben.

Auch Außenministerin Annalena Baerbock sah sich mit Kritik konfrontiert, nachdem sie nur Stunden vor ihrer Stellungnahme zu den Folgen des Blackouts in den sozialen Medien nach einem Tennispartner in Berlin gesucht hatte.

Der Stromausfall hatte am Samstag, dem 4. Januar 2026, weite Teile der Region lahmgelegt und tausende Haushalte ohne Versorgung zurückgelassen. Wegner bestätigte später, dass er an jenem Tag zwischen 13:00 und 14:00 Uhr Tennis gespielt habe – er habe "den Kopf freibekommen" müssen. Zwar betonte er, stets erreichbar gewesen zu sein, räumte aber ein, das Ausmaß der Krise zunächst unterschätzt zu haben.

Stephan Standfuß, CDU-Kreisvorsitzender in Steglitz-Zehlendorf, reagierte auf die Vorwürfe mit Zurückhaltung. Zwar sei das Tennisspielen an sich nicht das Problem, so Standfuß, doch hätte Wegner die Folgen des Blackouts besser managen müssen. Kritisch äußerte er sich vor allem über die mangelhafte Information des Bürgermeisters durch dessen Stab – dieser habe ihn nicht rechtzeitig über die Zuspitzung der Lage unterrichtet.

Anders als Wegner hatte Standfuß selbst die Brisanz der Situation früh erkannt und sich bereits mittags im Krisenstab des Rathauses Zehlendorf eingereiht. Einen Tag später besuchte Wegner eine Notunterkunft, wo er die Hilfsmaßnahmen für Betroffene koordinierte.

Baerbocks Post um 8:35 Uhr UTC, in dem sie nach einem Tennispartner suchte, verschärfte die öffentliche Verärgerung weiter. Kritiker warfen beiden Politikern vor, zu langsam auf den Notfall reagiert zu haben – auch wenn sich Baerbock später in die Krisenbewältigung einschaltete.

Die Folgen des Blackouts setzen Wegner zunehmend unter Druck: Die Forderungen nach seinem Rücktritt werden lauter. Seine verzögerte Reaktion und die anfängliche Distanz zur Krise sind zu zentralen Streitpunkten geworden. Standfuß’ abgewogene Kritik unterstreicht zudem die anhaltenden Bedenken hinsichtlich Kommunikationspannen im Umfeld des Bürgermeisters. Auch Baerbocks frühe Social-Media-Aktivität lenkt die Aufmerksamkeit auf die Debatte über politische Verantwortung in Ausnahmesituationen.

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