Weilheimer protestieren massiv gegen neues AfD-Büro in ihrer Stadt
Ben Schmidt"Kein Popcorn für Nazis" - Demonstration in Weilheim - Weilheimer protestieren massiv gegen neues AfD-Büro in ihrer Stadt
Tausende Menschen gingen in Weilheim auf die Straße, um gegen die Pläne der rechtsextremen AfD zur Eröffnung eines neuen Büros zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen den Beschluss der Partei, ein ehemaliges Kino als Stützpunkt für politische Aktivitäten und Veranstaltungen anzumieten. Viele Teilnehmer trugen Schilder, auf denen sie sich gegen die Präsenz der AfD in der Stadt aussprachen.
Organisiert wurde der Protest vom Bündnis Wir in Weilheim und erhielt Unterstützung durch die örtliche Polizei. Unter dem Motto Demokratie braucht Mut. Jetzt! brachten die Demonstranten ihre Sorgen über den wachsenden Extremismus zum Ausdruck. Bürgermeister Markus Loth richtete sich in einer Rede an die Menge und kritisierte offen die Pläne der AfD für das Büro.
Der Einzug der AfD in das Gebäude begann bereits Anfang dieses Jahres. Die Mitglieder Benjamin Nolte und Gerrit Huy reichten am 15. Januar die offizielle Nutzungsanmeldung ein. Nolte, der bei der Kommunalwahl am 8. März als Kandidat für das Amt des Landrats antritt, wird die Räumlichkeiten zunächst als Wahlkreisbüro nutzen, bevor sie Anfang 2025 zu einem Kulturzentrum ausgebaut werden sollen.
Seit 2023 ist Weilheim die einzige deutsche Stadt, in der es dokumentierte Proteste gegen eine AfD-Einrichtung gab. In keiner anderen Kommune kam es in diesem Zeitraum zu vergleichbarem Widerstand gegen Büros oder Veranstaltungen der Partei.
Die Demonstration zeigt eine klare Haltung der Weilheimer Bevölkerung gegen die wachsende lokale Präsenz der AfD. Mit der geplanten Eröffnung und späteren Erweiterung des Büros bleibt die Stadt ein Brennpunkt des politischen Widerstands. Das Ausmaß und die Organisation des Protests deuten auf anhaltende Spannungen rund um die Aktivitäten der Partei in der Region hin.