24 November 2025, 18:23

Wenn Schimpfwörter vor Gericht teuer werden – und welche Beleidigungen besonders riskant sind

Ein Plakat mit einem Mann, der an einem Rednerpult mit einem Mikrofon steht, Flaschen auf einem Tisch rechts daneben und Smileysymbolen links daneben.

Wenn Schimpfwörter vor Gericht teuer werden – und welche Beleidigungen besonders riskant sind

In Deutschland können Beleidigungen vor Gericht landen – und teuer werden. Roger "Flaming" Reisertsch, Jurist und Sprachwissenschaftler mit Schwerpunkt verbale Angriffe, hat untersucht, welche Schimpfwörter zu Strafen führen und welche durchrutschen. In seiner jüngsten Arbeit listet er sogar über tausend neue Möglichkeiten auf, Politiker mit ihren eigenen Namen zu beleidigen.

Wer jemanden als "SPD-Anhänger" bezeichnet, muss mittlerweile mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro rechnen. Doch aus den öffentlich zugänglichen Akten des Landgerichts Hannover geht für 2024 kein konkreter Fall hervor, in dem ein SPD-Politiker als beleidigt anerkannt wurde. Dagegen kostet es 1.200 Euro, wenn man eine hochrangige AfD-Vertreterin als "Nazischlampe" beschimpft. Was genau an diesem Begriff verletzend ist, bleibt unklar: Ist es das Wort "Nazi", "Schlampe", die Abkürzung oder die Reihenfolge?

Deutsche Gerichte nehmen verbale Angriffe ernst, wobei die Höhe der Strafen von der Wortwahl und dem Kontext abhängt. Reisertschs Forschung zeigt: Während manche Beleidigungen ins Absurde abdrifteten, haben andere – besonders solche mit politischem Bezug oder Tiervergleichen – nach wie vor juristische Sprengkraft. Sein Rat, um Klagen zu vermeiden? Beim Vornamen bleiben und Obst aus dem Spiel lassen.