Westallgäu kämpft um chirurgische Versorgung nach Klinikschließung

Admin User
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Ein Krankenhauszimmer mit mehreren Betten, auf denen Patienten liegen, Infusionsflaschen auf Ständern zwischen den Betten und eine Frau mit einer Tasche in der Nähe eines Patienten.

Westallgäu kämpft um chirurgische Versorgung nach Klinikschließung

Ärztemangel im Westallgäu: Wer trägt die Schuld?

Teaser: Der Landkreis beteiligt sich an einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Doch die Krise in der ambulanten chirurgischen Versorgung im Westallgäu hätte vermieden werden können.

12. Dezember 2025, 17:47 Uhr

Nach der Schließung der Lindenberger Rotkreuz-Klinik kämpft der Landkreis Westallgäu mit einem massiven Mangel an Chirurgen. Lokale Politiker warnen, die Krise hätte verhindert werden können, wenn chirurgische Zulassungen rechtzeitig übertragen worden wären. Nun sucht der Kreistag nach neuen Lösungen, um die medizinische Versorgung in der Region wiederherzustellen.

Das Problem begann mit der Schließung der Rotkreuz-Klinik in Lindenberg, wodurch im Westallgäu zu wenige Chirurgen verfügbar sind. Wie der lokale Vertreter Karl Schweizer erklärt, liegt der aktuelle Mangel daran, dass bestehende chirurgische Zulassungen vor ihrem Ablauf nicht rechtzeitig übertragen wurden. Wer genau für dieses Versäumnis verantwortlich ist, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat seitdem die Vergabe neuer chirurgischer und orthopädischer Zulassungen blockiert und den Landkreis Lindau als „überversorgt“ eingestuft. Diese Entscheidung verhindert, dass das geplante Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) eine chirurgische Praxis eröffnen kann – trotz dringenden Bedarfs. Als einzige legale Möglichkeit bleibt, dass bestehende Zulassungsinhaber Zweigpraxen in der Region eröffnen.

Um die Krise zu bewältigen, hat der Kreistag beschlossen, einer Genossenschaft beizutreten, die das MVZ aufbauen soll. Dieses Zentrum würde als Anlaufstelle für die Grundversorgung dienen und erweiterte Öffnungszeiten für Notfälle am Abend und am Wochenende anbieten. Zudem stellte der Kreis die notwendigen finanziellen Mittel bereit, wobei Vorsorge gegen unerwartete Belastungen getroffen wurde.

Karl Schweizer begrüßte zwar Fortschritte, betonte jedoch, dass sein ursprünglicher Antrag nur vertagt, nicht aber zurückgezogen worden sei. Lindenbergs Bürgermeister Eric Ballerstedt dankte dem Kreistag für die Unterstützung. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören gemeinsame Praxen für rotierende Fachärzte sowie Telemedizin-Sprechstunden, um Versorgungslücken zu schließen.

Ziel der MVZ-Genossenschaft ist es, die Grundversorgung im Westallgäu zu stabilisieren und leichtere Verletzungen zu behandeln. Ohne neue chirurgische Zulassungen bleibt die Region jedoch auf Übergangslösungen angewiesen. Der Beschluss des Kreistags ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch eine nachhaltige Lösung hängt davon ab, das Problem der fehlenden chirurgischen Zulassungen zu lösen.

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