Wie Lebensmittelkonzerne Landwirte in die Enge treiben und Preise diktieren
Ben SchmidtWie Lebensmittelkonzerne Landwirte in die Enge treiben und Preise diktieren
Ein neuer Bericht der Monopolkommission zeigt die wachsende Vorherrschaft von Lebensmittelhändlern und -herstellern in Deutschland auf. Landwirte verzeichnen sinkende Gewinne, während sich die Marktkonzentration in der Branche weiter verschärft. Die Ergebnisse legen zudem offen, dass sich die Preisscheere zwischen den Ausgaben der Verbraucher und den Erlösen der Erzeuger immer weiter öffnet.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Marktmacht der Lebensmittelhändler deutlich verstärkt. 2023 kontrollierten die vier größten Ketten mehr als 87 Prozent des Sektors. Gleichzeitig halten die sechs größten Molkereiunternehmen nun über 54 Prozent des Marktes und erzielen gemeinsam Umsätze von mehr als 16,3 Milliarden Euro.
Der Bericht unterstreicht einen klaren Trend: Händler und Hersteller streichen einen immer größeren Teil der steigenden Lebensmittelpreise ein, während die Margen der Landwirte schrumpfen. Ohne Gegenmaßnahmen droht das Ungleichgewicht zwischen den Marktteilnehmern weiter zu wachsen. Die Erkenntnisse der Kommission spiegeln zudem tiefgreifendere Veränderungen in der Branche wider, darunter die zunehmende Konsolidierung und vertikale Integration großer Handelsketten.