Wiener Kunstforum schließt nach Ende der Postbank-Förderung 2025 seine Pforten
Johanna MüllerWiener Kunstforum schließt nach Ende der Postbank-Förderung 2025 seine Pforten
Wiens langjährige Kunsthalle Kunstforum schließt nach Streichung der Postbank-Förderung 2025
Die renommierte Kunsthalle Kunstforum in Wien hat ihre Türen geschlossen, nachdem die Postbank ihre finanzielle Unterstützung im Jahr 2025 eingestellt hat. Der Ausstellungsort, einst die einzige große Plattform der Stadt für moderne Kunst, zeigte gefeierte Ausstellungen wie die Retrospektive von Marina Abramović sowie Werkschauen zu Frida Kahlo und Georgia O'Keeffe. Die ehemalige Direktorin, Ingried Brugger, sucht nun nach Wegen, das Projekt am Leben zu halten.
Das Kunstforum, ursprünglich am Freyung 8 ansässig, wurde jahrzehntelang von der Postbank als Sponsor getragen. Bekannt als Postbank Kunstforum, entwickelte es sich zu einem zentralen Ort für zeitgenössische Ausstellungen und setzte oft einen Schwerpunkt auf Künstlerinnen wie Tamara de Lempicka und Frida Kahlo. Doch 2025 zog die Bank ihre kulturellen Investitionen aus klassischen Fördermodellen zurück – mit der Folge, dass die Kunsthalle schließen musste.
Die Muttergesellschaft UniCredit Postbank hat ihre Unterstützung seitdem auf digitale und nachhaltige Kunstprojekte umgelenkt. Seit 2022 fördert sie unter anderem das Digital Art Lab im MuseumsQuartier (2023 mit 500.000 Euro gestartet) sowie das Green Culture Festival in der Karlskirche (jährlich 300.000 Euro für 2024–2025). Kooperationen mit dem Wiener Konzerthaus konzentrieren sich nun auf ökologisch nachhaltige Aufführungen – ein deutlicher Ausdruck der neuen Kulturstrategie der Bank.
Ingried Brugger, die 2025 als Direktorin entlassen wurde, gibt sich jedoch nicht geschlagen und kämpft um eine Wiederbelebung des Kunstforums. Eine dauerhafte Neuansiedlung scheitert zwar an finanziellen Hürden, doch prüft sie Mietoptionen für das historische Gebäude am Freyung 8 – einst als Zum roten Mandl bekannt und mit lokalem Sagenmaterial verbunden. Das leerstehende ehemalige Generali-Gebäude in der Wiedner Hauptstraße war als Alternative im Gespräch, konkrete Pläne gab es jedoch nicht.
Mit der Schließung verliert Wien seine einzige große, breitenwirksame Kunsthalle. Brugger sucht weiterhin nach vorübergehenden Lösungen, doch ein festes Ersatzprojekt steht noch aus. Die Kulturförderung der Postbank hingegen setzt nun auf digitale Innovation und Nachhaltigkeit – ein klarer Bruch mit ihrer traditionellen Rolle in der Wiener Kunstszene.






