Wolfratshausen entscheidet über Schicksal dreier illegaler Häuser am 24. Februar
Hannah BöhmWolfratshausen entscheidet über Schicksal dreier illegaler Häuser am 24. Februar
Jahrelanger Streit um drei illegal errichtete Häuser in Wolfratshausen nähert sich der Entscheidung
Der Stadtrat von Wolfratshausen stimmt am 24. Februar ab, ob die drei Häuser umgebaut werden dürfen oder abgerissen werden müssen. Der Fall dreht sich um abgelaufene Genehmigungen, juristische Auseinandersetzungen und gegensätzliche Vorschläge lokaler Gruppen.
Der Eigentümer möchte die drei Einfamilienhäuser auf Basis einer Baugenehmigung aus dem Jahr 2014 wiederaufbauen. Doch das Verwaltungsgericht München urteilte, dass diese Genehmigung erloschen ist, weil die ursprüngliche Bauausführung zu stark von den genehmigten Plänen abwich. Um sich an die alte Genehmigung anzupassen, schlägt der Eigentümer nun vor, die Dächer zu entfernen, die Wände abzusenken und illegal errichtete Garagen abzureißen.
Die städtische Bauverwaltung hat jedoch wiederholt die Zustimmung zu den Arbeiten verweigert. Die Behörden argumentieren, dass die geplanten Änderungen weiterhin nicht den rechtlichen Vorgaben entsprechen. Gleichzeitig versucht der Eigentümer, das deutsche 'Bauturbo'-Gesetz zu nutzen, um bestimmte städtebauliche Vorschriften zu umgehen und neuen Wohnraum zu schaffen.
Die lokalen Gruppen sind gespalten: Die Grünen schlagen vor, die Häuser im Rahmen einer städtebaulichen Vereinbarung zu erhalten – mit Nutzungsrechten und Mietpreisbremse. Doch der Wolfratshausener Bürgerbund und einige Stadträte bestehen auf einem vollständigen Abriss und verweisen auf frühere illegale Bauten am Isarspitz. Die Stadt, bekannt durch die Fernsehserie Hubert und/ohne Staller, hat eine lange Geschichte von Konflikten um nicht genehmigte Bauvorhaben.
Die endgültige Entscheidung fällt mit der Abstimmung des Stadtrats am 24. Februar. Bei einer Zustimmung würden die Häuser entsprechend der Genehmigung von 2014 umgebaut. Bei einer Ablehnung könnte der Abriss folgen – und damit ein jahrelanger Rechtsstreit beendet werden.