250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Elias Braun250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende rechtliche und digitale Reformen fordern. Ihre Forderungen zielen auf Lücken im bestehenden Schutz für Frauen ab und verlangen eine strengere Ahndung von Misshandlungen.
Im Mittelpunkt der Vorschläge des Bündnisses stehen zentrale rechtliche Änderungen. So soll "Femizid" als eigenständiges Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch anerkannt werden. Eine weitere Forderung ist die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells bei Sexualstraftaten, bei dem nur eine klare, aktive Zustimmung als Einwilligung gilt.
Auch digitale Sicherheit steht auf der Agenda. Die Gruppe fordert ein Gesetz für die schnellere Löschung schädlicher Online-Inhalte und die Identifizierung von Tätern. Zudem setzen sie sich für die Strafbarkeit nicht konsensualer, sexualisierter Deepfakes ein und verlangen ein Verbot von KI-"Entkleidungs"-Apps, die Menschen auf Fotos digital freistellen.
Die deutsche Bundesregierung hat bereits auf frühere Kampagnen reagiert. Dazu zählen der 2017 beschlossene und 2023 aktualisierte Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, das 2021 verabschiedete Sexualstrafrecht mit der "Nein-heißt-Nein"-Regelung sowie die 2022 gestartete "Weiße Schleife"-Initiative zur Finanzierung von Frauenhäusern bundesweit. 2024 wurden die Opferrechte weiter gestärkt – mit einem jährlichen Budget von 200 Millionen Euro.
Zu den Unterzeichnerinnen des neuen Plans gehören SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Die Forderungen des Bündnisses zielen darauf ab, rechtliche Schlupflöcher zu schließen und den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu verstärken. Würden die Reformen umgesetzt, gäbe es strengere Zustimmungsregeln, neue digitale Schutzmechanismen und klarere Definitionen von Femizid. Die bisherigen Schritte der Regierung deuten auf Bereitschaft zur Lösung dieser Probleme hin – doch die Gruppe betont, dass weitere Maßnahmen unverzichtbar sind.






