Bayerns Digitaloffensive an Schulen stockt: Nur wenige Klassen haben Tablets oder Laptops
Ben SchmidtBayerns Digitaloffensive an Schulen stockt: Nur wenige Klassen haben Tablets oder Laptops
Bayerns Plan, jeden Schüler bis 2028 mit einem digitalen Endgerät auszustatten, steht wegen zögerlicher Umsetzung in der Kritik. Aktuelle Zahlen zeigen, dass nur ein Bruchteil der Klassenzimmer über die notwendige Technik verfügt. Bildungsministerin Anna Stolz (Freie Wähler) verteidigt den Kurs der Staatsregierung und verweist auf laufende Initiativen sowie neue Förderprogramme, die ab kommendem Jahr greifen sollen.
Stand Ende 2024 ist die digitale Ausstattung an vielen Schulen noch immer mangelhaft. An Gymnasien verfügen lediglich 2.393 von 10.200 Klassen über Tablets oder Laptops. An Mittelschulen sieht es ähnlich aus: Hier sind nur 1.952 von 8.500 Klassen entsprechend ausgestattet. Auch Realschulen und Berufliche Oberschulen (Fachoberschulen/Berufsoberschulen) hinken hinterher – dort haben lediglich 1.967 von 10.200 bzw. 116 von 800 Klassen die benötigten Geräte.
Die Opposition übt scharfe Kritik am Tempo der Umsetzung. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Simone Strohmayr, fordert einen Rechtsanspruch auf kostenlose Tablets für alle Schülerinnen und Schüler. SPD und Grüne argumentieren, der aktuelle Zuschuss von 350 Euro pro Gerät reiche nicht aus, um die Kosten wirksam zu decken.
Ministerin Stolz wehrt die Vorwürfe zurück. Sie betont das Programm „Digitale Schule der Zukunft“ als zentralen Baustein der Strategie. Ab Januar soll zudem ein neues „dynamisches Pro-Kopf-Fördermodell“ Schulen dabei unterstützen, die digitale Ausstattung langfristig zu sichern. Die Staatsregierung hält trotz der aktuellen Rückstände am Ziel fest, bis 2028 eine flächendeckende Versorgung zu erreichen.
Die Debatte um digitale Lernmittel in Bayern dauert an, während viele Schulen mit knappen Ressourcen kämpfen. Zwar sollen die Zuschüsse steigen und neue Finanzierungsmodelle eingeführt werden, doch bis alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu den versprochenen Geräten haben, wird es vorerst noch Jahre dauern. Derzeit müssen die meisten weiterhin ohne die notwendige Technik auskommen.






