72 Tiger sterben in Gefangenschaft – während Wildbestände in Thailand langsam wachsen
Johanna Müller72 Tiger sterben in Gefangenschaft – während Wildbestände in Thailand langsam wachsen
Ein erschütternder Bericht enthüllt, dass in zwei nordthailändischen Einrichtungen 72 Tiger an Krankheitsausbrüchen starben. Die Tiere, die unter beengtem und stressigem Raum gehalten werden, sind zudem Vorwürfen von Misshandlung und illegalem Handel ausgesetzt. Gleichzeitig zeigen sich bei den Schutzbemühungen in freier Wildbahn vorsichtige Fortschritte: Rund 200 Tiger durchstreifen mittlerweile Thailands geschützte Wälder.
Im Tiger Park von Pattaya werden Besucher vom tiefen Brüllen gefangener Tiger empfangen. Touristen, darunter eine chinesische Familie, dürfen den Tieren über den Rücken streichen – doch hinter den Kulissen sieht die Realität düster aus. Die Tiger durchleben brutale Dressurmethoden, werden oft mit Metallstangen geschlagen, um sie gefügig zu machen. Überfüllte Gehege und der ständige Kontakt mit Menschenmassen setzen sie zusätzlich unter Stress und machen sie anfällig für Krankheiten wie Staupe oder bakterielle Infektionen.
Tierschutzorganisationen wie PETA Asien kritisieren solche Parks seit Langem. Es gibt den Verdacht, dass einige Tiger im illegalen Handel mit Tigerprodukten verschwinden. Unter den betroffenen Tieren ist auch Nivea, eine einjährige Tigerin, die unter diesen Bedingungen leben muss.
Dagegen haben sich die Bestände wildlebender Tiger in Thailand bei etwa 200 Tieren stabilisiert – ein Erfolg der Artenschutzprojekte. Initiativen wie das Kaeng-Krachan-Programm des Zoo Zürich, das seit 2009 läuft, setzen darauf, Konflikte zwischen Mensch und Tiger in Nationalparks zu verringern. Offizielle Daten zu einem möglichen Populationanstieg liegen jedoch nicht vor.
Der Tod von 72 Tigern unterstreicht die grausamen Zustände in Thailands kommerziellen Tigerparks. Während die wildlebenden Bestände eine fragile Erholung zeigen, leiden die Tiere in Gefangenschaft unter Ausbeutung und Krankheiten. Behörden und Naturschützer beobachten weiterhin sowohl das Wohl der gefangenen Tiger als auch den Schutz ihrer wildlebenden Artgenossen.






