24 May 2026, 04:17

AfD in Sachsen-Anhalt: Droht ein Exodus von Fachkräften und jungen Menschen?

Sachsen-Anhalt vor der Wahl: Warnungen vor AfD-Regierungsbeteiligung und ihren Folgen für Bildung, Gleichheit und Polizei

AfD in Sachsen-Anhalt: Droht ein Exodus von Fachkräften und jungen Menschen?

Mehrere Einrichtungen in Sachsen-Anhalt haben Bedenken geäußert, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) möglicherweise an die Regierung kommen könnte. Kritiker warnen, die Politik der Partei könnte Bildung, Gleichstellung und öffentliche Verwaltung so umgestalten, dass Fachkräfte und junge Menschen die Region verlassen könnten.

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Zu den von der AfD geplanten Änderungen gehören die Abschaffung der Schulpflicht sowie die Auflösung inklusiver Klassen. Stattdessen will die Partei „Heimatkunde“ im Lehrplan stärker gewichten. Maik Reichel, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, fürchtet, seine Behörde könnte abgeschafft und durch ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden. Er warnt, unter der AfD würde die Arbeit der Einrichtung stark einseitig geprägt – durch eine „extrem verengte Bildungs- und Kulturpolitik“.

Auch Sarah Schulze, die kommissarische Gleichstellungsbeauftragte Sachsen-Anhalts, hat sich zu Wort gemeldet. Die AfD plant, ihr Amt abzuschaffen und durch eine „Familienbeauftragte“ zu ersetzen, während Frauen auf eine rein reproduktive Rolle reduziert werden sollen. Schulze nennt dies einen „Rückschritt für die Gesellschaft und die individuelle Selbstbestimmung“.

Sollte die AfD an die Macht kommen, könnten zudem Lehrer und Forscher die Region verlassen. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW prognostiziert einen massiven Personalabgang, der die bestehenden Fachkräftemängel weiter verschärfen würde. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft, befürchtet, dass weniger Wissenschaftler in die Region ziehen und junge Menschen sie ganz meiden würden. Unterdessen betonte Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, zwar, dass Wahlergebnisse zu respektieren seien – Beamte folgten jedoch dem Gesetz und nicht politischem Druck.

Emmel rief die Behörden auf, sich bereits jetzt auf klare, rechtssichere Verfahren und starke Führung vorzubereiten – für den Fall, dass die AfD eine Regierung bildet.

Die Warnungen spiegeln die Angst vor einem Brain-Drain, einer Schwächung des Bildungssystems und eingeschränkten Freiheiten wider, falls die AfD ihre Pläne umsetzt. Institutionen und Gewerkschaften fordern daher Schutzmechanismen, um öffentliche Dienstleistungen und individuelle Rechte auch unter einer künftigen AfD-geführten Regierung zu sichern.

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