Bluthochdruck-Checks in Apotheken: Warum viele Betreiber draufzahlen
Johanna MüllerBluthochdruck-Checks in Apotheken: Warum viele Betreiber draufzahlen
Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken mit Bluthochdruck-Risikobewertungen kaum Gewinne erzielen. Mehr als die Hälfte arbeitet demnach mit Verlusten, während nur ein Drittel die Kosten deckt oder einen Überschuss erwirtschaftet. Die Ergebnisse werfen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit der vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) im Land auf.
Die im Auftrag der Freien Apothekerschaft durchgeführte Untersuchung verdeutlicht die weit verbreiteten finanziellen Herausforderungen für Apotheken, die pDL anbieten. Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand, räumliche Engpässe und Spannungen zwischen den Gesundheitsberufen verschärfen die Probleme. Trotz steigender Abrechnungszahlen bleibt die Nachfrage nach diesen Leistungen in ganz Deutschland gering.
Insgesamt blieben 537 Millionen Euro, die für pDL-Dienstleistungen vorgesehen waren, ungenutzt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schlug vor, diese Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuleiten. Die Studie warnt jedoch vor diesem Schritt, da er den eigentlichen Zweck des Programms untergraben könnte.
Der Deutsche Apothekerverband fordert seit Langem höhere pDL-Vergütungen, um die Nachhaltigkeit zu sichern. Die Freie Apothekerenschaft unterstützt dies und betont, dass Apotheken zwar über das nötige Fachwissen verfügen, die aktuelle Vergütung die Kosten jedoch oft nicht deckt. Ohne Anpassungen droht ein flächendeckender Rückzug dieser Leistungen.
Die Studie unterstreicht den dringenden Reformbedarf, um pDL-Dienstleistungen wirtschaftlich tragfähig zu machen. Eine Anpassung der Vergütungssätze und die Beseitigung betrieblicher Hürden sind entscheidend, um ihre Zukunft zu sichern. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Apotheken gezwungen sein, diese wichtigen Angebote einzuschränken oder ganz aufzugeben.
