Anna Netrebko triumphiert in Berlin – doch Proteste überschatten ihren Auftritt
Johanna MüllerAnna Netrebko triumphiert in Berlin – doch Proteste überschatten ihren Auftritt
Die Sopranistin Anna Netrebko kehrte diese Woche an die Berliner Staatsoper zurück – in einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera. Die Vorstellung erntete im Theater begeisterten Applaus, während draußen Proteste stattfanden. Kritiker hinterfragen weiterhin ihre angeblichen Verbindungen zur russischen Führung.
Die Premiere von Verdis Un ballo in maschera fand an der Berliner Staatsoper statt, mit Netrebko in der Hauptrolle als Amelia. Die fast dreistündige Aufführung erhielt starken Beifall für Ensemble und Orchester. Doch vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen.
Räufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" hallten während der Kundgebung wider. Der Streit entzündet sich an Netrebkos früheren Äußerungen sowie ihrer Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml. Ihre Vertreter betonen wiederholt, sie lehne den Krieg gegen die Ukraine ab.
Es war nicht das erste Mal, dass Netrebko in Deutschland auf Proteste traf. Bereits im März 2026 sang sie die Abigaille in Nabucco am selben Haus, begleitet von ähnlichen Demonstrationen draußen. Trotz der Kritik bleibt die Sängerin – sie besitzt die russische und die österreichische Staatsbürgerschaft – eine prägende Figur in Berlins Kulturszene.
Die Vorstellung endete mit begeistertem Applaus für Netrebko und das Ensemble. Doch die Proteste draußen zeigen: Die öffentliche Debatte über ihre Auftritte geht weiter. Im Weihnachtsprogramm der Staatsoper bleibt sie in der Hauptrolle zu sehen.






