Apotheker und Grüne liefern sich erbitterten Streit um Reformgesetz
Ein hitziger Streit ist um das geplante Apothekenversorgungsentwicklungsgesetz entbrannt. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, ging direkt auf Konfrontationskurs mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, Paula Piechotta. In einer E-Mail hinterfragte er ihre Ablehnung des Gesetzesentwurfs, der nach Jahrzehnten ohne Anpassungen eine Inflationsausgleich für die Vergütung von Apotheken vorsieht.
Der Konflikt eskalierte während der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag, als Piechotta die geplanten Reformen scharf kritisierte. Sie argumentierte, eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge für die Abgabe von Medikamenten würde vor allem großen, umsatzstarken Apotheken unangemessen zugutekommen.
Arslan konterte mit einer deutlichen E-Mail, in der er eine sachliche und respektvolle Debatte forderte. Er betonte die unverzichtbare Rolle der örtlichen Apotheken – von der Arzneimittelversorgung über persönliche Beratung bis hin zur Notfallbereitschaft. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass viele Apotheken angesichts wachsender wirtschaftlicher Belastungen kaum noch über die Runden kämen.
In seiner Nachricht fragte Arslan, warum Piechotta Inflationsausgleiche für Apotheken ablehne, während ähnliche Anpassungen für Ärzte weit weniger kritisch betrachtet würden. Zudem verwies er auf die deutlichen Gehaltserhöhungen für Abgeordnete in den vergangenen Jahren – ein Kontrast zu den seit langem stagnierenden Vergütungen für Apotheker.
Der Schlagabtausch offenbart tiefe Gräben in der Frage der Apothekenfinanzierung. Arslan pocht darauf, dass lokale Apotheken für ihre Leistungen und die übernommenen Risiken fair entlohnt werden müssten. Die Diskussion wird voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen, während das Gesetz durch den parlamentarischen Prozess geht.






