Audi analysiert Fahrverhalten: Was 70 Testwagen über Manager und Technik verrieten
Hannah BöhmAudi analysiert Fahrverhalten: Was 70 Testwagen über Manager und Technik verrieten
Audi hat über ein Jahr lang Daten von einer Flotte aus 70 Testfahrzeugen gesammelt, die von eigenen Führungskräften gesteuert wurden. Das Projekt lieferte überraschende Erkenntnisse darüber, wie Fahrer mit der Bordinfotainment-Technologie interagieren. Mehr als sechs Milliarden Datenpunkte wurden erhoben und zeigen klare Trends in Nutzungsmustern und Vorlieben auf.
Jedes der 70 Fahrzeuge zeichnete pro Sekunde 500 Signale auf – darunter Tastendrücke, Temperaturänderungen, Telefonate und Anpassungen der Fahrprofile. So konnte Audi nachvollziehen, wie verschiedene Modelle das Fahrverhalten beeinflussen.
Die Auswertung ergab, dass Fahrer des Audi A6 tendenziell aggressiver unterwegs waren als TT-Fahrer, gemessen an der Querbeschleunigung. Zudem zeigte sich, dass der Drive-Select-Schalter, mit dem Fahrmodi eingestellt werden, zu den am wenigsten genutzten Funktionen gehörte.
Nur zwei Prozent der Audi-Manager hörten lokale Radiosender, und auch die öffentlich-rechtlichen Programme verzeichneten eine ähnlich geringe Nutzung. Die Daten wurden auf Audi-eigene Server übertragen, während ein Teil mit Here geteilt wurde – einem Anbieter für Echtzeit-Navigationsdaten, der in 80 Prozent der Fahrzeuge in Europa und Nordamerika genutzt wird.
Um die riesigen Datenmengen zu bewältigen, investiert Audi in neue Technologien, darunter LTE Advanced und LTE-V für schnellere Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation.
Die Testflotte hat dem Unternehmen detaillierte Einblicke in Fahrgewohnheiten und die Nutzung von Fahrzeugfunktionen verschafft. Audi nutzt diese Erkenntnisse nun, um die Bordsysteme zu optimieren und künftige Modelle zu verbessern. Die Daten fließen zudem in die Weiterentwicklung vernetzter Fahrzeugtechnologien ein.
