Augsburger Forvia-Werk wechselt von Abgassystemen zu Militärfahrzeugen
Hannah BöhmAugsburger Forvia-Werk wechselt von Abgassystemen zu Militärfahrzeugen
Der französische Automobilzulieferer Forvia hat sich darauf verständigt, sein Werk in Augsburg an General Dynamics European Land Systems (GDELS) zu verkaufen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage nach herkömmlichen Abgassystemen, die auf die zunehmende Elektrifizierung im Fahrzeugbau zurückzuführen ist. Unter dem neuen Eigentümer wird sich das Werk künftig auf die Produktion von Militärfahrzeugen konzentrieren.
Das Augsburger Werk stellte bisher im Geschäftsbereich Clean Mobility von Forvia Abgasanlagen für Pkw und Nutzfahrzeuge her. Der Verkauf ist Teil der übergeordneten Strategie des Unternehmens, sein Portfolio an die strukturellen Veränderungen in der Automobilbranche anzupassen.
GDELS plant, das Werk zu seiner größten Fahrzeugproduktionsstätte in Deutschland auszubauen. Es soll als Kompetenzzentrum für das leichte taktische Fahrzeug EAGLE der Bundeswehr dienen. Zudem will das Unternehmen die bestehenden Stärken des Standorts in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Schweißtechnik und Kleinserienfertigung von Bauteilen weiter ausbauen.
Ein erheblicher Teil der Belegschaft wird übernommen und für die neuen Aufgabenbereiche umgeschult. GDELS nannte die steigende Nachfrage nach geschützten Militärfahrzeugen seitens der deutschen Streitkräfte als zentralen Grund für die Übernahme.
Künftig wird sich das Werk auf Lösungen für militärische Mobilität spezialisieren. Viele Mitarbeiter wechseln in neue Rollen, um den Produktionswandel zu unterstützen. Der Verkauf markiert für beide Unternehmen – Forvia wie GDELS – einen strategischen Kurswechsel als Reaktion auf die sich wandelnden Marktanforderungen.






