02 May 2026, 00:20

Ausbildungsmarkt in Deutschland: 182.000 Stellen unbesetzt – doch Tausende suchen vergeblich

Eine Liniendiagramm, das die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ausbildungsmarkt in Deutschland: 182.000 Stellen unbesetzt – doch Tausende suchen vergeblich

Deutschland steht vor einer wachsenden Schieflage auf dem Ausbildungsmarkt

Stand Juli blieben 182.000 gemeldete Ausbildungsplätze unbesetzt, während gleichzeitig 140.000 junge Menschen noch auf der Suche nach einer Lehrstelle waren. Das Ungleichgewicht fällt je nach Region und Berufsfeld sehr unterschiedlich aus – mit der Folge, dass sowohl Betriebe als auch Bewerberinnen und Bewerber Schwierigkeiten haben, zueinanderzufinden.

In neun Bundesländern überstieg die Zahl der freien Ausbildungsplätze deutlich die der Bewerbenden. Besonders im Handwerk gab es ein Überangebot an Stellen. Gleichzeitig verzeichneten Berlin und Hessen einen Mangel: Hier standen weniger Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung, als junge Menschen suchten.

Auch der Bildungsabschluss spielte eine Rolle beim Zugang zu den Lehrstellen. Theoretisch konnten Abiturientinnen und Abiturienten sich auf jede freie Stelle bewerben. Wer über einen Realschulabschluss verfügte, hatte Zugang zu 93 Prozent der Angebote, während Bewerber mit Hauptschulabschluss nur für rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze infrage kamen.

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In bestimmten Branchen kehrte sich das Verhältnis jedoch um: In Berufen wie Friseurhandwerk, Softwareentwicklung oder Tierpflege gab es deutlich mehr Interessenten als freie Plätze. Andrea Nahles, Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, rief sowohl junge Menschen als auch Ausbildungsbetriebe dazu auf, flexibler bei der Berufswahl zu sein.

Der Ausbildungsmarkt bleibt damit weiter unausgeglichen: Trotz hoher Nachfrage in einigen Bereichen bleiben Tausende Stellen unbesetzt. Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Azubis, während viele junge Menschen weiterhin ohne sichere Perspektive sind. Die Kluft zeigt, wie groß die Herausforderungen nach wie vor sind, Angebot und Nachfrage in den Regionen und Berufsfeldern in Einklang zu bringen.

Quelle