Ex-Berater fordern Kurswechsel in deutsch-amerikanischen Beziehungen gegen Trumps Politik
Elias BraunEx-Berater fordern Kurswechsel in deutsch-amerikanischen Beziehungen gegen Trumps Politik
Zwei ehemalige hochrangige Berater fordern eine Neuausrichtung der deutsch-amerikanischen Beziehungen, um der Politik von US-Präsident Donald Trump entgegenzuwirken. Christoph Heusgen, früherer Berater von Angela Merkel, und Philip Murphy, ein ehemaliger US-Botschafter, argumentieren, dass Trumps Vorgehen die transatlantischen Bindungen schwächt. In ihrer Analyse skizzieren sie zudem eine Reform des UN-Sicherheitsrats, die eine engere Zusammenarbeit zwischen Berlin und Washington vorsieht.
Heusgen und Murphy kritisieren Trump dafür, Europa wie einen Gegner und nicht wie einen Verbündeten zu behandeln. Sie verweisen auf seine wiederholten Zweifel an der NATO-Verpflichtung der USA, was langjährige Partnerschaften belastet. Das Duo wirft dem Präsidenten zudem vor, demokratische Kontrollmechanismen zu untergraben, indem er Richter unter Druck setzt und den Kongress umgeht.
Der öffentliche Widerstand gegen Trumps Politik wächst, insbesondere bei den Themen Migration und steigende Spritpreise. Die Autoren werten diese Gegenbewegung als Zeichen für möglichen Wandel und sagen Vorteile für die Demokraten bei den Midterm-Wahlen voraus. Sie gehen davon aus, dass die Partei das Repräsentantenhaus zurückerobern und möglicherweise sogar die Mehrheit im Senat gewinnen könnte – mit Folgen für die Außenpolitik.
Ein künftiger demokratischer Präsident würde voraussichtlich das transatlantische Vertrauen wiederherstellen, so die Analyse. Ein solcher Amtsinhaber könnte zudem die Handelskonflikte mit der EU entschärfen und die Unterstützung für die NATO erneuern. Über die US-Politik hinaus schlagen die Autoren eine gemeinsame deutsch-amerikanische Initiative zur Reform des UN-Sicherheitsrats vor, wobei sie halbpermanente Sitze als mögliches Modell ins Spiel bringen.
Der Bericht warnt vor einseitigem Handeln der USA und betont, dass beide Nationen am meisten davon profitieren, das Völkerrecht zu stärken. Heusgen und Murphy unterstreichen, dass Kooperation – nicht Dominanz – langfristige Stabilität sichert. Ihre Empfehlungen zielen sowohl auf aktuelle politische Herausforderungen als auch auf tiefgreifendere strukturelle Reformen ab.






