17 March 2026, 02:13

Bayerische Energiepolitik: Aiwanger und Söder liefern sich Machtkampf um Stromzukunft

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Aiwanger zweifelt den Nutzen von Söders Mini-Kernreaktoren an - Bayerische Energiepolitik: Aiwanger und Söder liefern sich Machtkampf um Stromzukunft

In der bayerischen Landesregierung ist ein Streit über die künftige Energiepolitik zwischen zwei Schlüsselfiguren entbrannt. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger drängt auf den zügigen Bau von Gaskraftwerken, während Ministerpräsident Markus Söder auf kleine modulare Reaktoren (SMR) setzt. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen über die Sicherung der bayerischen Energieversorgung sind.

Aiwanger übt Kritik an Söders Atomplänen sowie an der Einmischung des Bundes in die Diskussion.

Ausgelöst wurde der Konflikt durch Söders Vorschlag, in Bayern einen kleinen Kernreaktor zu errichten. Der Ministerpräsident sieht in SMR eine langfristige Lösung für den Energiebedarf der Region. Weltweit befinden sich derzeit nur vier solche Reaktoren im Bau – je zwei in China und Russland –, doch mehrere Länder, darunter Argentinien, die USA und Großbritannien, arbeiten an entsprechenden Projekten.

Aiwanger hingegen zeigt sich skeptisch. Zwar lehnt er Kernenergie grundsätzlich nicht ab, doch er zweifelt daran, dass Deutschland in absehbarer Zeit über das nötige Know-how für den Bau von SMR verfügt. Stattdessen pocht er auf Gaskraftwerke als pragmatische Übergangslösung und fordert die Bundesregierung auf, umgehend zu handeln, um drohende Versorgungsengpässe abzuwenden.

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Der Minister richtete seine Kritik auch gegen Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Ihr wirft er vor, die Energiedebatte durch neue Themen zu verwässern, bevor die bestehenden Herausforderungen gelöst seien. Aiwangers Haltung spiegelt die Frustration über die zögerliche Entscheidungsfindung auf Bundesebene wider.

Vorerst bleibt die bayerische Energiestrategie gespalten: Aiwangers Forderung nach Gaskraftwerken steht Söders Atomvision entgegen – der Weg des Freistaats bleibt ungewiss. Die Rolle der Bundesregierung in diesem Streit verleiht der ohnehin hitzigen Diskussion eine zusätzliche Komplexitätsebene.

Quelle