Bayern kämpft gegen EU-Bodenüberwachung und droht mit Klage vor dem EuGH

Bayern kämpft gegen EU-Bodenüberwachung und droht mit Klage vor dem EuGH
Bayern stellt sich gegen das neue EU-Bodenüberwachungsgesetz und bezeichnet es als unnötige Belastung für Landwirte und Kommunalbehörden. Die Landesregierung hat den Bundesrat aufgefordert, rechtliche Schritte einzuleiten, mit der Begründung, dass die Mitgliedstaaten für die Bodenpolitik zuständig sein sollten – und nicht Brüssel.
Streitpunkt ist die EU-Bodenüberwachungsrichtlinie, die nach Ansicht Bayerns überflüssige Bürokratie schafft. Vertreter des Freistaats argumentieren, nationale Regierungen könnten den Bodenschutz auch ohne EU-Einfluss wirksam regeln. Mit ihrem Vorstoß für eine Subsidiaritätsklage will Bayern den Fall vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) bringen.
Der Bundesrat wird im Dezember über den bayerischen Antrag abstimmen. Bei einer Zustimmung würde Deutschland das Gesetz offiziell anfechten und sich damit in eine breitere EU-Debatte einreihen. Bereits Ende 2024 hatte der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments mit 14 zu 11 Stimmen beschlossen, die Richtlinie dem EuGH vorzulegen – mit Verweis auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Zuständigkeiten. Der EU-Rat hingegen verteidigt das Gesetz als notwendig für den grenzüberschreitenden Bodenschutz. Bayern besteht darauf, dass eine lokale Steuerung effizienter wäre. Der Widerstand des Freistaats spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen EU-weit gültigen Vorschriften und regionaler Selbstbestimmung wider.
Eine Entscheidung über Bayerns juristischen Vorstoß wird bis Jahresende erwartet. Sollte die Klage Erfolg haben, könnte sie die EU-Bodenüberwachungsregeln verzögern oder neu gestalten. Das Ergebnis wird zudem zeigen, wie viel Gestaltungsmacht die Mitgliedstaaten in der Umweltpolitik behalten.

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