Thüga warnt vor EU-Regeln: Bürokratie droht kommunale Energieversorger zu überlasten
Hannah BöhmThüga warnt vor EU-Regeln: Bürokratie droht kommunale Energieversorger zu überlasten
Thüga, einer der größten Energie- und Wasserversorger Deutschlands, hat auf neue EU-Vorschläge reagiert, die Bürokratieabbau für kleinere Unternehmen vorsehen. Das Unternehmen, das über eine Million Wasserkunden beliefert und das größte E-Mobilitäts-Ladenetz des Landes betreibt, befürwortet Ausnahmen für mittelgroße Anbieter im Rahmen der anstehenden Regulierungen.
Die Gruppe warnte zugleich, dass einige geplante EU-Regeln kommunale Energieversorger ungleich benachteiligen könnten. Thüga, der Kern des größten Netzwerks kommunaler Energie- und Wasserversorger in Deutschland, beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiter und ist damit der drittgrößte Arbeitgeber der Branche. 2023 erzielte die Gruppe einen Umsatz von über 53 Milliarden Euro und gehört damit zu den drei umsatzstärksten Energieversorgern des Landes. Neben Strom ist das Unternehmen führend in den Bereichen Wasserversorgung, Fernwärme und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Mit dem "Clean Industrial Deal" will die Europäische Kommission die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken und gleichzeitig die Klimaneutralität beschleunigen. Thüga begrüßt die vorgeschlagenen Ausnahmen bei der Taxonomie-Verordnung, dem CBAM (CO₂-Grenzausgleichsmechanismus) und dem Lieferkettengesetz, da diese die administrativen Belastungen für kleinere Anbieter verringern würden. Gleichzeitig lehnt das Unternehmen neue Beihilferegeln ab, die kommunale Unternehmen benachteiligen und den dezentralen Energiemarkt stören könnten.
Zudem warnte Thüga vor Änderungen bei der Regulierung der Netzentgelte: Eingriffe könnten die finanzielle Rendite von Infrastrukturinvestitionen schwächen. Darüber hinaus äußerte das Unternehmen Bedenken, dass eine Einbeziehung des Energiesektors in weitergehende Finanzmarktregulierungen kleinere Betreiber mit hohem bürokratischem Aufwand belasten würde.
Thüga setzt sich weiterhin für einen wettbewerbsorientierten Energiemarkt mit weniger bürokratischen Hürden ein. Die Position des Konzerns unterstreicht die Herausforderungen, vor denen kommunale Versorger angesichts der sich wandelnden EU-Vorgaben stehen. Im Mittelpunkt der Warnungen stehen faire Rahmenbedingungen für dezentrale Energiemodelle und die Finanzierung von Infrastrukturprojekten.






