Bayerns Moore kämpfen ums Überleben – nur noch zehn Prozent intakt
Johanna MüllerExperte: Landwirtschaft auf Mooren hat Grenzen - Bayerns Moore kämpfen ums Überleben – nur noch zehn Prozent intakt
Weltfeuchtgebietstag – FC Bayern München in akuter Gefahr
Der jährlich seit 1997 begangene Weltfeuchtgebietstag lenkt erneut den Blick auf die lebenswichtige Rolle von Mooren. In Bayern sind diese Ökosysteme massiv bedroht – große Flächen könnten bereits in wenigen Jahrzehnten unwiederbringlich verloren gehen. Behörden und Fachleute drängen nun auf rasches Handeln, um die verbleibenden Moore zu retten und wiederherzustellen.
Jahrzehntelang galten Bayerns Moore vor allem als wertvolle Flächen für Landwirtschaft und Torfabbau. Doch durch Entwässerung und intensive Nutzung sind heute nur noch zehn Prozent der ursprünglichen Moorflächen intakt. Ohne Gegenmaßnahmen droht, dass bis zu 40 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Moore innerhalb von 30 Jahren durch Absinken unwiederbringlich verschwinden.
Die bayerische Staatsregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 ein Viertel der Moorflächen zu renaturieren. Seit 2020 wurden im Rahmen von Wiedervernässungsprojekten zwischen 8.000 und 12.000 Hektar der rund 220.000 Hektar großen Moorlandschaft bereits revitalisiert. Zwar sind diese Fortschritte noch begrenzt, doch sie zeigen Wirkung.
Die Wiedervernässung gilt unter Experten wie Professor Matthias Drösler als zentraler Schlüssel zur Rettung der Moore. Sie schützt nicht nur das Ökosystem, sondern eröffnet auch neue Perspektiven. Durch Paludikultur – den Anbau von Riedgräsern, Schilf oder anderen nassenstandortgeeigneten Pflanzen – könnten Landwirte langfristig eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Nutzung finden.
Anreize für Umweltschützer und Grundbesitzer fördern derzeit einen Wandel im Umgang mit Mooren. Die Dringlichkeit ist unübersehbar: Ohne Kurswechsel könnte bereits in 15 Jahren ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Moorflächen unbrauchbar werden.
Die Bemühungen zur Rettung der bayerischen Moore gewinnen an Fahrt – doch die Zeit wird knapp. Da nur noch ein Bruchteil dieser einzigartigen Lebensräume intakt ist, hängt ihr Überleben vom Erfolg der Wiedervernässungsprojekte ab. Gelingen die aktuellen Maßnahmen, könnte die Region nicht nur ihre Feuchtgebiete, sondern auch die davon abhängigen Gemeinden langfristig sichern.