Bayerns Straßen sollen demokratische Vorbilder ehren – wer kommt auf die Liste?
Johanna MüllerWelche Vorbilder die Bayern mit Straßennamen ehren wollen - Bayerns Straßen sollen demokratische Vorbilder ehren – wer kommt auf die Liste?
In Bayern läuft eine Kampagne, Straßen, Plätze und Schulen nach Persönlichkeiten zu benennen, die die demokratische Geschichte der Region geprägt haben. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat bereits über 140 Vorschläge aus der Bevölkerung erhalten. Unter den eingereichten Namen finden sich Persönlichkeiten wie Hans-Jochen Vogel, Barbara Stamm oder Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose.
Die Initiative ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, verstorbene Persönlichkeiten vorzuschlagen, die sich besonders um die Demokratie in Bayern verdient gemacht haben. Einsendungen sind noch bis Ende März möglich. Anschließend wird eine Historikerkommission die Vorschläge prüfen und eine „Positivliste“ mit unumstrittenen Kandidaten erstellen.
Zu den eingereichten Namen zählen bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige Fußballspieler Franz Beckenbauer, die Schriftstellerin Anna Wimschneider oder der Politiker Wilhelm Hoegner. Nicht alle Ideen werden jedoch umgesetzt – so wurden etwa Vorschläge, Straßen nach fiktiven Figuren zu benennen, als unpraktikabel abgelehnt. Sobald die finale Liste genehmigt ist, entscheidet jede Kommune selbstständig, welche Namen sie für örtliche Straßen, Plätze oder Bildungseinrichtungen übernimmt. Dies ermöglicht es den Gemeinden, Persönlichkeiten zu ehren, die für ihre lokale Geschichte besonders relevant sind.
Ziel der Kampagne ist es, das demokratische Erbe Bayerns im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens setzen die Kommunen die ausgewählten Namen entsprechend ihrer regionalen Präferenzen um. Das Projekt steht für ein breiteres Bestreben, das politische und kulturelle Erbe der Region zu bewahren und zu würdigen.