18 June 2026, 22:11

Bayreuther Festspiele sagen Michel-Friedman-Veranstaltung ab – und rudern zurück

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele sagen Michel-Friedman-Veranstaltung ab – und rudern zurück

Eine geplante Veranstaltung mit Michel Friedman im Rahmen der Bayreuther Festspiele wurde abgesagt – und löste damit eine Kontroverse aus. Die Süddeutsche Zeitung berichtete als Erstes über den Vorfall, der schnell öffentliche Aufmerksamkeit erregte. Friedman warf den Festspielen später vor, Richard Wagners Antisemitismus herunterzuspielen, und behauptete, der Ort sei von solchen Ansichten belastet.

Die Bayreuther Festspiele setzen sich seit Langem mit Wagners Antisemitismus auseinander, auch in ihren Inszenierungen. Regisseure wie Katharina Wagner, Stefan Herheim und Barrie Kosky haben das Thema direkt auf der Bühne aufgegriffen. Zudem hat das Festival seine historischen Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus durch Gedenkveranstaltungen und wissenschaftliche Diskussionen aufgearbeitet.

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Katharina Wagner begründete die Absage mit Sicherheitsbedenken. Christian Thielemann ergänzte, die Gespräche mit Friedman hätten bereits vor über einem Jahr begonnen, seien aber wegen terminlicher Überschneidungen ins Stocken geraten. Eine offizielle Weiterverfolgung des Projekts seitens des Festivals habe es jedoch nie gegeben.

Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich die musikalische Ausrichtung der Festspiele. Nach der öffentlichen Kritik entschuldigte sich das Festival bei Friedman. Die Veranstaltung mit ihm soll nun wie ursprünglich geplant stattfinden.

Mit der Entschuldigung ist der akute Konflikt beigelegt. Doch die Auseinandersetzung des Festivals mit Wagners Antisemitismus und seiner NS-Vergangenheit bleibt Teil der öffentlichen Debatte. Friedmans Teilnahme an der Veranstaltung wird nun ohne weitere Verzögerung umgesetzt.

Quelle