Böhmermanns provokante Schau: Satire trifft auf Handy-Enthaltsamkeit im Berliner Kulturhaus
Ben SchmidtBöhmermanns provokante Schau: Satire trifft auf Handy-Enthaltsamkeit im Berliner Kulturhaus
"Wurstigkeit" ist Programm
Vorschau Der Satiriker inszeniert mit der Ausstellung "Die Möglichkeit der Unvernunft" eine Mischung aus Kunstausstellung, Ego-Archiv und TV-Garten.
29. September 2025, 23:21 Uhr
Schlagwörter Unterhaltung, Prominente, Popkultur
Im Berliner Haus der Kulturen der Welt hat eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und des Kunstkollektivs Gruppe Royale ihre Pforten geöffnet. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft" vereint die Schau Satire, persönliche Devotionalien und aufsehenerregende Installationen. Schon der Einlass setzt ein ungewöhnliches Statement: Besucher müssen vor Betreten der Räume ihre Handys abgeben.
Die Ausstellung, die vergangenes Wochenende eröffnet wurde, ist noch bis zum 19. Oktober 2025 zu sehen. Drinnen erwartet die Gäste eine Mischung aus Absurdität und tiefgreifender Selbstreflexion. Eine Wand ist mit Screenshots aus Böhmermanns Handy tapeziert – Profilbilder von Nutzern, die ihn online beleidigt haben. Daneben präsentieren Sockel Relikte aus seiner TV-Karriere, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack, den einst Jan Marsalek, der umstrittene Ex-Wirecard-Manager, benutzt haben soll.
Täglich geöffnet, bietet das Haus der Kulturen der Welt ein Spektakel zwischen Schaulust und Selbstbefragung. Durch den Verzicht auf Handys lenken die Macher den Fokus auf die oft konfrontativen, physischen Werke. Mit einer Mischung aus juristischen Akten, privaten Erinnerungsstücken und Live-Performances wird der Besuch zu einem alles andere als passiven Erlebnis.