Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um "Kriegpropaganda"-Vorwürfe
Johanna MüllerBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um "Kriegpropaganda"-Vorwürfe
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen neue Kooperationsvereinbarung zur Förderung der schulischen Bildung
Das Brandenburgische Bildungsministerium und die Bundeswehr haben ein neues Kooperationsabkommen unterzeichnet, das die Bildungsarbeit an Schulen unterstützen soll. Ziel der Vereinbarung ist es, das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler zu stärken und gleichzeitig Einblicke in staatliche Verantwortungsbereiche zu geben. Die Übereinkunft hat bereits heftige Reaktionen aus der Politik ausgelöst.
Das Abkommen schafft einen rechtlichen Rahmen für die langjährige Zusammenarbeit zwischen Schulen und dem Militär. Demnach können Jugendoffiziere der Bundeswehr auf Einladung als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht kommen. Ihre Rolle beschränkt sich dabei auf Diskussionsbeiträge im Rahmen des bestehenden Lehrplans – und nur, wenn die Schulen dies wünschen.
Die Offiziere sollen als Gesprächspartner zu Themen wie deutscher Außen- und Sicherheitspolitik, globalem Krisenmanagement sowie nationalen und europäischen Sicherheitsinteressen fungieren. Dabei müssen sie sich an die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses halten, zu denen auch ein striktes Indoktrinationsverbot gehört.
Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer mehrperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Fragen. Die BSW-Fraktion im Landtag übt jedoch scharfe Kritik an der Vereinbarung. Sie wirft der Bundeswehr vor, uniformiertes Personal einzusetzen, um Jugendlichen Sicherheitspolitik ausschließlich aus NATO-Sicht zu vermitteln. Die Gruppe bezeichnet das Abkommen als „institutionalisierte Kriegpropaganda“ und fordert dessen sofortige Aussetzung.
Die Vereinbarung etabliert eine verbindliche Struktur für die Zusammenarbeit von Schulen und Bundeswehr. Sie ermöglicht es Jugendoffizieren, sich mit Schülerinnen und Schülern über Sicherheitsfragen auszutauschen – stets unter Einhaltung pädagogischer Leitlinien. Die Debatte über Umsetzung und Absicht des Abkommens hält unter politischen und militärischen Verantwortungsträgern derweil an.






