Brosda lehnt Altersgrenzen in sozialen Medien ab – setzt auf Medienkompetenz statt Verbote
Ben SchmidtBrosda lehnt Altersbeschränkung für soziale Netzwerke ab - Brosda lehnt Altersgrenzen in sozialen Medien ab – setzt auf Medienkompetenz statt Verbote
Hamburgs Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda, hat sich gegen Pläne ausgesprochen, Altersbeschränkungen für soziale Medien einzuführen. Solche Maßnahmen seien schwer durchsetzbar und gingen an den eigentlichen Problemen des Jugendschutzes vorbei, argumentiert er.
Stattdessen setzt sich Brosda für die Vermittlung digitaler Kompetenzen an Kinder und Jugendliche ein – ein Ansatz, der seiner Meinung nach wirksamer ist, um sie im Netz zu schützen.
Kritisch äußerte er sich zu Vorschlägen für verbindliche Altersgrenzen und verwies auf Australiens jüngste Versuche als Beispiel für unpraktikable Regulierung. Die Durchsetzung solcher Regeln würde seiner Ansicht nach unnötige Hürden schaffen, ohne die zentralen Herausforderungen der Onlinesicherheit zu lösen.
Auch Forderungen nach einer Klarnamenpflicht in sozialen Netzwerken lehnte Brosda ab. Beleidigungen und Belästigungen fänden oft selbst dann statt, wenn Nutzer:innen bereits unter ihrem echten Namen unterwegs seien, so der Senator. Sein Fokus liege darauf, dass Behörden Täter:innen ermitteln und für rechtswidriges Verhalten zur Verantwortung ziehen können – und nicht darauf, alle Nutzer:innen zur öffentlichen Offenlegung ihrer Identität zu zwingen.
Brosda betonte, dass Aufklärung statt Verbote der beste Weg sei, um junge Menschen im Internet zu schützen. Medienkompetenz zu vermitteln, gebe ihnen die Fähigkeiten, Risiken selbstständig zu erkennen und zu bewältigen.
Sein Ansatz setzt auf praktische Lösungen statt auf pauschale Regulierung. Die Behörden sollten in die Lage versetzt werden, Straftaten im Netz zu verfolgen, während Nutzer:innen die Freiheit behalten, selbst zu entscheiden, wie sie sich präsentieren.
Im Mittelpunkt steht für Brosda die Stärkung junger Menschen durch Bildung – und nicht der Rückgriff auf Altersverifikationen oder Klarnamenpflichten.