26 February 2026, 20:13

Bundesregierung kürzt Integrationskurse – ukrainische Geflüchtete besonders betroffen

Ein Buch mit einer Zeichnung der Kirche des Heiligen Grabes in Berlin, Deutschland, und begleitendem Text.

Integrationskurse sparen? Kirche kritisiert - Bundesregierung kürzt Integrationskurse – ukrainische Geflüchtete besonders betroffen

Die deutsche Bundesregierung kürzt die Mittel für Integrationskurse – ein Programm, das Geflüchteten und Migrant:innen hilft, Deutsch zu lernen und sich im Land zurechtzufinden. Die Entscheidung stößt auf scharfe Kritik der katholischen Kirche, die warnt, dass ukrainische Geflüchtete – die fast ein Drittel der Teilnehmenden ausmachen – von den Änderungen besonders hart betroffen sein werden.

Aktuell nehmen bundesweit etwa 300.000 Menschen an diesen Kursen teil, die jeweils 600 Stunden Sprachunterricht und 100 Stunden Orientierung über Kultur und Alltag in Deutschland umfassen.

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Nach den neuen Regeln haben nur noch Personen mit einer "positiven Bleibeperspektive" Anspruch auf die Kurse. Das Innenministerium hat nicht konkretisiert, wie dieses Kriterium angewendet wird, doch die Einschränkung wird voraussichtlich zu einem deutlichen Rückgang der Teilnehmerzahlen führen.

Bishop Heiner Wilmer, der neu gewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich gegen die Kürzungen ausgesprochen. Er betonte den Willen ukrainischer Geflüchteter, sich zu integrieren, und bezeichnete ihre Einbindung als zentralen Baustein für Frieden und die Bewältigung von Traumata. Der Bischof argumentierte, politische Entscheidungen dürften die bereits erzielten Fortschritte dieser Menschen nicht zunichtemachen.

Die Kritik der Kirche richtet sich vor allem gegen die ungleichen Folgen für Ukrainer:innen, die fast ein Drittel der Teilnehmenden in Integrationskursen stellen. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu den durchschnittlichen Kursgrößen der vergangenen fünf Jahre vor, doch die Kürzungen gefährden den Zugang zu einem System, das jährlich Hunderttausende Lernende unterstützt.

Die Mittelstreichungen werden die Zusammensetzung der Integrationskurse in Deutschland grundlegend verändern. Durch die verschärften Zugangsvoraussetzungen erhalten weniger Geflüchtete – insbesondere Ukrainer:innen – Sprachförderung und Orientierungshilfe. Die Änderungen treten in Kraft, während die Nachfrage nach solchen Programmen weiterhin hoch ist, und lassen viele Menschen in Unsicherheit zurück, die versuchen, sich im Land ein neues Leben aufzubauen.