CSU triumphiert auf dem Land, kämpft aber in Bayerns Großstädten um Einfluss
Johanna MüllerSöder: "Wir sind klar Nummer eins" - CSU triumphiert auf dem Land, kämpft aber in Bayerns Großstädten um Einfluss
Die bayerische CSU hat bei den Kommunalwahlen 2024 einen deutlichen Sieg für sich verbucht – doch die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen. Während die Partei in vielen Landkreisen dominierte, sah sie sich in den Städten stärkerer Konkurrenz gegenüber und landete dort oft nur auf hinteren Plätzen oder schaffte es knapp in die Stichwahl. Parteichef Markus Söder wertete das Ergebnis trotz durchwachsener Leistungen in Schlüsselregionen als Erfolg.
Besonders überzeugend schnitt die CSU in den ländlichen Landkreisen ab, wo sie häufig bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit holte. In Dillingen an der Donau erreichte die Partei 95,2 Prozent der Stimmen, in Freyung-Grafenau waren es 89,1 Prozent. Weitere Hochburgen waren Deggendorf (73 Prozent), Dingolfing-Landau und Erding, wo die CSU ihre Vormachtstellung behauptete. In den kreisfreien Städten präsentierte sich das Bild jedoch uneinheitlicher: Zwar führte die CSU in Straubing mit 64,4 Prozent, doch in Metropolen wie München, Bamberg und Fürth verlor sie oder verpasste knapp den Einzug in die zweite Runde.
Rückschläge gab es etwa in Bamberg, wo die ehemalige Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) unterlag und die SPD an Boden gewann. In München scheiterte der CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner am Einzug in die Stichwahl. In Nürnberg hingegen setzte sich der amtierende Oberbürgermeister Marcus König – mit Rückendeckung Söders – deutlich durch, ein Ergebnis, das der Parteichef als "besonders erfreulich" bezeichnete.
Trotz dieser Gegensätze stilisierte Söder das Gesamtergebnis als Erfolg und verwies auf Zuwächse in Großstädten sowie die anhaltende Dominanz bei den Landratswahlen. Die überragenden Ergebnisse in den ländlichen Hochburgen glichen dabei die schwächeren Leistungen in den Ballungsräumen aus.
Die Wahl festigt die CSU als unangefochtene Kraft in Bayerns Landkreisen, offenbart aber auch Schwächen in den Städten. Zwar behält die Partei in vielen Regionen die Oberhand, doch die Verluste in Bamberg und München deuten auf verschobene Machtverhältnisse hin. Die endgültigen Ergebnisse werden zeigen, wie nachhaltig ihr Einfluss in der kommenden Amtszeit sein wird.






