23 December 2025, 20:35

Energie sparen unter der Dusche: Wärmerückgewinnung der Zukunft

Ein Gebäude mit mehreren Fenstern und sichtbaren Rohren an seiner Außenseite.

Energie sparen unter der Dusche: Wärmerückgewinnung der Zukunft

Ein deutsches Start-up treibt die Verbreitung von Duschwasser-Wärmerückgewinnung voran – einer Technologie, die in Teilen Europas bereits weit verbreitet ist. Die Unocconi GmbH, gegründet vom ehemaligen Mercedes-Benz-Ingenieur Steffen Nittbaur und seinem Sohn Valentin, will die energiesparende Methode in mehr Haushalten etablieren. Trotz ihrer Effizienz halten strenge Vorschriften und geringe Bekanntheit die Technologie in Deutschland bisher noch in Nischen.

Steffen Nittbaur arbeitete über 25 Jahre als Industrieingenieur bei Mercedes-Benz, bevor er das Unternehmen mit einem Abfindungspaket verließ. Später schloss er berufsbegleitend ein Masterstudium der Umweltwissenschaften ab. Gemeinsam mit seinem Sohn Valentin, der einen doppelten Abschluss in Betriebswirtschaft hält, gründete er die Unocconi GmbH – mit dem Fokus auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen.

In Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder Großbritannien ist die Technologie längst etabliert. Dort fördern Regierungen sie seit den 2010er-Jahren durch Subventionen, Energieeffizienzgesetze und öffentliche Kampagnen. In Deutschland jedoch begünstigen strenge Bauvorschriften herkömmliche Heizsysteme, während hohe Anschaffungskosten und mangelnde Werbung die Verbreitung bremsen. Wissenschaftler stufen die Wärmerückgewinnung aus Duschwasser zu den effektivsten Energiesparmaßnahmen für Gebäude ein. Angesichts steigender Energiepreise rückt die Methode nun stärker in den Fokus – auch dezentrale Systeme wie das von Unocconi. Der Wandel könnte helfen, den Haushaltsenergieverbrauch in einer Zeit zu senken, in der Effizienz immer dringlicher wird.

Unocconi GmbH arbeitet daran, die Hürden auf dem deutschen Heizungsmarkt zu überwinden. Die Systeme des Unternehmens könnten Energieverschwendung reduzieren, doch der Erfolg hängt von Änderungen in der Regulierung und einer höheren Verbraucheraufklärung ab. Bei weiter steigenden Energiekosten könnte die Technologie bald ähnlich stark nachgefragt werden wie in anderen europäischen Ländern.