13 February 2026, 12:42

Europas Bauwirtschaft erholt sich langsam – doch Deutschland bleibt zurück

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines im Bau befindlichen Gebäudes aus den 1890er Jahren mit Fenstern, Säulen und Himmel im Hintergrund und einem Text am unteren Rand, der besagt: "Bau eines Eisenbahnviadukts in den 1890er Jahren."

Ifo: Europäische Bauindustrie steht vor starkem Wachstum - Europas Bauwirtschaft erholt sich langsam – doch Deutschland bleibt zurück

Europas Bauwirtschaft zeigt Anzeichen einer allmählichen Erholung nach einem schwachen Jahr 2023. Für dieses Jahr wird ein Wachstum von 2,4 Prozent erwartet – nach nur 0,3 Prozent im Vorjahr. Treiber der positiven Entwicklung sind sowohl Wohnungsbauprojekte als auch Infrastrukturvorhaben auf dem gesamten Kontinent.

Der europäische Baumarkt dürfte sich in den kommenden Jahren weiter stabil entwickeln. Zwischen 2026 und 2028 wird ein jährliches Wachstum von rund 2 Prozent prognostiziert. Bis 2028 könnten die Marktvolumina im Wohnungs- und Tiefbau im Vergleich zu 2025 um insgesamt 7,5 Prozent steigen.

Auch die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Europa wird voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren zunehmen: von 1,44 Millionen im Jahr 2023 auf geschätzte 1,66 Millionen bis 2028. Gleichzeitig wird für den Nichtwohnungsbau bis dahin ein Wachstum von 4,7 Prozent erwartet.

In Deutschland bleibt die Lage jedoch uneinheitlich. Zwar sind die Baugenehmigungen im Wohnungssektor zuletzt gestiegen, doch bis diese Projekte umgesetzt werden, wird es noch dauern. Der Wohnungsbau wird voraussichtlich 2026 seinen Tiefpunkt erreichen: Nach einem Rückgang auf unter 190.000 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 könnte die Zahl 2026 auf etwa 175.000 sinken. Eine Erholung wird erst ab 2027 erwartet.

Unklar ist nach wie vor, welche Auswirkungen der deutsche Sondervermögen-Fonds auf die Bauwirtschaft haben wird. Ohne belastbare Daten lässt sich sein Einfluss auf künftige Projekte nur schwer abschätzen.

Europas Bausektor befindet sich auf einem langsamen, aber stetigen Erholungskurs – angetrieben von Wohnungsbau und Infrastruktur. Deutschland hingegen steht vor einem deutlichen Rückgang bei den Wohnungsfertigstellungen, bevor eine Besserung einsetzt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob politische Maßnahmen und die Marktnachfrage das Wachstum der Branche stabilisieren können.