Gipsabbau in Würzburg: Regierung sieht Risiken als beherrschbar – doch Kritik bleibt
Johanna MüllerGipsabbau in Würzburg: Regierung sieht Risiken als beherrschbar – doch Kritik bleibt
Die Regierung Unterfrankens ist zu dem Schluss gekommen, dass der Gipsabbau in Würzburg bei Einhaltung strenger Auflagen keine unkontrollierbaren Risiken berge. Das von der Firma Knauf geplante Vorhaben hat eine Debatte über mögliche Auswirkungen auf die lokale Trinkwasserversorgung ausgelöst. Eine endgültige Entscheidung des Bergbauamts Nordbayern wird bis Jahresende erwartet.
Knauf plant, in der Region 50 Jahre lang unterirdische Gipsvorkommen abzubauen und dabei jährlich eine Million Tonnen zu fördern. Das Abbaugebiet ist jedoch von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden, was Bedenken hinsichtlich des Grundwasserschutzes aufwirft.
Laut der Bewertung der Regierung seien die Risiken beherrschbar – vorausgesetzt, Knauf halte sich an die strengen Vorgaben. Ein Restrisiko bleibe zwar bestehen, doch bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten eingestellt werden. Das Unternehmen begrüßte die Ergebnisse und bezeichnete sie als eine weitere fachliche Bestätigung des Projekts.
Kritik kommt vor allem von den Grünen, die der Einschätzung vorwerfen, die Gefährdung des Trinkwassers zu unterschätzen. Eine Online-Petition gegen die Abbaupläne sammelte bereits über 5.600 Unterschriften. Während des Planfeststellungsverfahrens wurden 79 Behörden angehört und 4.300 Einwendungen aus der Bevölkerung geprüft.
Das Bergbauamt Nordbayern wird bis Ende des Jahres über die Genehmigung entscheiden. Bei einer Freigabe muss Knauf strenge Auflagen einhalten, um Risiken für das Grundwasser zu minimieren. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das auf 50 Jahre angelegte Abbauprojekt umgesetzt wird.
