25 May 2026, 02:13

Holzingers Pfingstspiel sprengt Grenzen zwischen Kunst und Provokation in Wien

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Holzingers Pfingstspiel sprengt Grenzen zwischen Kunst und Provokation in Wien

Florentina Holzinger präsentiert ihr neuestes Werk – ein provokantes Pfingstspiel im Wiener Eislaufverein

Mit ihrer jüngsten Inszenierung hat Florentina Holzinger einmal mehr Grenzen gesprengt: Ein spektakuläres Pfingstspiel, das im Wiener Eislaufverein uraufgeführt wurde und extreme Körperlichkeit mit hochmoderner Technik verband. Die Hommage an das provokative Erbe Hermann Nitschs zeigte ein Spektakel der Superlative – von Motorrädern und Monstertrucks über schwebende Körper bis hin zu Drohnen.

Den Auftakt bildete ein atemberaubendes Bild: Eine nackte Frau ließ sich an der Fassade des Hotels Intercontinental hinab. Diese Reminiszenz an Trisha Browns Performance von 1970 setzte den Ton für Holzingers mutige Interpretation. Im Inneren der Location bezwang die Künstlerin selbst einen Panzer – während sie auf einem Trial-Motorrad saß und rohe Kraft mit präziser Kontrolle verband.

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Später verlegte sich das Geschehen nach Schloss Prinzendorf, den historischen Kern von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort inszenierte Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble ein satirisches „Letztes Abendmahl“ im Schlosshof – eine spöttische Abrechnung mit der männlich dominierten Tradition der Wiener Aktionisten. Die Szene steigerte sich, als dreizehn Frauen in der Luft schwebten, mit Haken in Schultern und Knien – ein brutales, doch faszinierendes Finale.

Ein Monstertruck zermalmte daraufhin den Panzer, dessen Zerstörung als Friedensappell stilisiert wurde. Über dem Geschehen schwebte eine Fallschirmspringerin mit einem taubenförmigen Helm herab und unterstrich die Botschaft. Ein weiteres Highlight war eine „Malaktion“: Drohnen besprühten eine nackte Performerin mit roter Farbe – ein Echo auf Nitschs gewalttätig-ritualistische Ästhetik.

Der Abend endete mit Holzinger und ihren „Jüngerinnen“, die sanft in der Luft schaukelten. Nach Stunden des Chaos wirkte dieser stille Moment wie ein kontrastreicher Gegenentwurf – friedlich, fast schwerelos.

Holzingers Pfingstspiel vereinte Spektakel und Subversion, setzte Maschinen, Körper und Technik ein, um Traditionen herauszufordern. Die Zuschauer nahmen eindringliche Bilder mit – von schwebenden Gestalten bis zu zerfetztem Metall – und erlebten eine Neudefinition der Grenzen lebendiger Kunst. Mit dieser Premiere im Wiener Eislaufverein setzt die Künstlerin ihre furchtlose Erkundung physischer und konzeptueller Extreme fort.

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