ifo-Chef Fuest warnt Ampel vor riskanter Steuererhöhung für Spitzenverdiener
Elias Braunifo-Chef Fuest warnt Ampel vor riskanter Steuererhöhung für Spitzenverdiener
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat die deutsche Ampelkoalition vor einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes gewarnt. Eine solche Maßnahme könnte seiner Ansicht nach das Wirtschaftswachstum bremsen und nicht die notwendigen Mehreinnahmen erbringen, um spürbare Steuersenkungen zu finanzieren.
Die Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung ab Januar 2026 Steuerentlastungen und Investitionsanreize einführen will – finanziert durch ein 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm. Fuest betonte, dass Deutschlands Spielraum für neue Kredite bereits durch die Schuldenbremse stark eingeschränkt sei. Er machte deutlich, dass geplante Steuersenkungen zunächst durch Kürzungen der Staatsausgaben gegenfinanziert werden müssten.
Zudem lehnte er den Vorschlag ab, die Erbschaftsteuer zu erhöhen, um Einkommensteuersenkungen zu finanzieren. Die zusätzlichen Einnahmen aus einer solchen Reform wären laut Fuest zu gering, um einen spürbaren Effekt zu erzielen.
Zu den geplanten Steuermaßnahmen der Regierung gehören eine Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent pro Kilometer, eine Senkung der Mehrwertsteuer für Restaurants auf sieben Prozent sowie beschleunigte Abschreibungen von bis zu 30 Prozent auf Investitionen in Betriebsausstattung bis 2027. Diese Änderungen sind Teil einer umfassenden Modernisierungsstrategie und des Strebens nach Klimaneutralität, die durch einen 500-Milliarden-Sonderfonds gestützt werden.
Fuests Äußerungen verdeutlichen die Spannung zwischen haushaltspolitischen Zwängen und den wirtschaftlichen Zielen der Regierung. Seine Warnungen deuten darauf hin, dass höhere Steuern für Spitzenverdiener nach hinten losgehen könnten – statt die Staatskasse zu füllen, drohe eine Wachstumsbremse.
Die Debatte über die Steuerpolitik hält an, während Deutschland zwischen der Notwendigkeit konjunktureller Impulse und strengen Haushaltsregeln laviert. Ab 2026 profitieren Unternehmen und Arbeitnehmer zwar von den neuen Entlastungsmaßnahmen, doch Fuests Analyse legt nahe, dass tiefgreifende Ausgabenkürzungen unvermeidbar sein könnten. Ohne sie, so sein Argument, könnten Steuererhöhungen der Wirtschaft mehr schaden als nützen.






