Innenminister vertagen Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Hannah BöhmInnenminister vertagen Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Auch ein Plan zur besseren Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots wurde auf der jüngsten Konferenz nicht vorgelegt. Das Thema soll nun auf die Herbstsitzung vertagt werden, um weiter darüber zu beraten.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) setzt sich seit neun Jahren mit fußballbezogener Gewalt auseinander. Er kritisierte den Schiedsrichter, dass dieser das DFB-Pokalfinale im Mai nicht abgebrochen habe. Reul sieht kaum Fortschritte und drängt auf strengere Kontrollen.
Er fordert die Vereine auf, härter durchzugreifen. Zu seinen Vorschlägen gehören Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen, Fahrzeugkontrollen und eine Ausweitung der Videoüberwachung. Die Vereine hingegen argumentieren, dass umfassende Kontrollen kaum umsetzbar seien.
Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ tauscht sich derzeit konstruktiv über die Ahndung von Verstößen aus. Sie räumt jedoch ein, dass keine einzelne Maßnahme oder Partei das Problem allein lösen könne. Bisherige Bußgelder für Pyrotechnik hätten oft keine abschreckende Wirkung gezeigt, und Pilotprojekte mit Detektoren brachten nur begrenzte Erfolge. Die IMK wird vorerst keine weiteren Schritte einleiten. Auch die Vorfälle beim DFB-Pokalfinale änderten nichts an dieser Entscheidung. Die Diskussion über Pyrotechnik und Stadion-Sicherheit wird auf der Herbstkonferenz fortgesetzt.






